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Krefeld: Handel plant 13 verkaufsoffene Sonntage für 2018

Krefeld : Handel plant 13 verkaufsoffene Sonntage für 2018

Die Geschäfte erwarten für ihre Events von der Landesregierung Rechts- und Planungssicherheit.

Die Eckdaten für die Vorlage der Verwaltung an die Politik sind bereits auf dem Weg in Richtung Rathaus: Handelsverband und Werbegemeinschaften planen für das kommende Jahr mit bis zu 13 verkaufsoffenen Sonntagen in Krefeld. "Derzeit gehen wir davon aus, dass es vier Veranstaltungen in der Innenstadt sowie jeweils drei in den Stadtteilen Hüls, Fischeln und Uerdingen geben wird", sagt Markus Otterbach, Geschäftsführer des Handelsverbands Krefeld-Kempen- Viersen. Gleichzeitig setzt Ottersbach auf die Ankündigungen der neuen NRW-Landesregierung für das kommende Jahr: "Im Rahmen des sogenannten Entfesselungspaketes 1 werden gleich drei Gesetze angegangen, die für den Handel von Bedeutung sind. In allen drei Gesetzen geht es um Bürokratieabbau und Rechtssicherheit", so der Geschäftsführer. "Die Gesetze, um die es geht, sind das Tariftreue- und Vergabegesetz, die Nichteinführung der Hygieneampel und das Ladenöffnungsgesetz (LÖG) mit den Regelungen für verkaufsoffene Sonntage." Der Entwurf der Novellierung des LÖG enthält folgende Eckpunkte: Die Erlaubnis zur Ladenöffnung an bis zu acht Sonn- und Feiertagen im Jahr, ab 13 Uhr für fünf Stunden, höchstens ein Tag davon im Advent. Insgesamt dürfen es in einer Gemeinde höchstens 16 Sonn- und Feiertage sein. Ottersbach: "Ein weiterer zentraler Punkt ist, dass der bisherige Anlassbezug entfällt und durch einen sogenannten Sachgrund ersetzt wird." Das könnten Märkte, Feste, Messen sein, aber auch Veranstaltungen zur Belebung der Innenstädte, dem Erhalt zentraler Versorgungsbereiche oder der "Sichtbarmachung" der Innenstädte. "Fachleute rechnen damit, dass bei zügigem Verlauf ein Landtagsbeschluss im März oder Mai 2018 möglich ist", erklärt der Geschäftsführer. "Bis dahin müssen Handel und Gemeinden weiter mit der Rechtsunsicherheit leben, unter welchen Voraussetzungen genau ein verkaufsoffener Sonntag stattfinden darf."

Zufrieden zeigt sich der Handelsverband über die Einigung mit Verdi auf einen neuen Tarifvertrag. In der fünften Verhandlungsrunde haben die Tarifvertragsparteien abschließend vereinbart: Rückwirkend zum 1. Juli 2017 erfolgt für alle Entgeltgruppen eine Lohn- und Gehaltserhöhung um 2,3 Prozent. Zum 1. Mai 2018 folgt eine weitere Erhöhung um zwei Prozent. Zusätzlich erfolgt eine Einmalzahlung von 50 Euro für Vollzeitarbeitnehmer am 31. März 2018. Teilzeitkräfte bekommen diese anteilig, Auszubildende erhalten 25 Euro. Die Laufzeit für den neuen Tarifvertrag beträgt 24 Monate. Übrigens: Am nächsten Freitag, 22. September, wird gefeiert. Zum dritten Mal findet das Handels-Event des Handelsverbandes NRW Krefeld-Kempen-Viersen statt. "Diesmal aus einem besonderen Anlass. Der Verband wird 60", erinnert Vorsitzender Hartmut Janßen. Gefeiert wird im Landgasthof Hückels May. Gut 170 Gäste haben sich angemeldet. Das Top-Referat zur Zukunft des Handels hält Boris Hedde, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung (IfH) in Köln. Franz-Joseph Greve, passionierter Händler im "Unruhestand", wird eine unterhaltsame und vielleicht auch zum Nachdenken anregende persönliche Retrospektive auf das Handelsgeschehen der vergangenen 60 Jahre und auch darüber hinaus geben.

(RP)