Hoher Schaden: Hagelsturm zerstört Gartencenter in Krefeld

Hoher Schaden : Hagelsturm zerstört Gartencenter in Krefeld

Hagelkörner so groß wie Golfbälle zerstörten innerhalb von 15 Minuten die komplette Blumenausstellung des Pflanzenhandels "Der blühende Garten" von Corinna und Jürgen Schumacher. Auch das Dach der Verkaufshalle ist durchlöchert wie Schweizer Käse. Totalverlust attestierte die Versicherung. Drei Straßen weiter war von dem Unwetter am Mittwoch nichts zu spüren.

Der Schock ist verarbeitet: Am Freitag machte sich im Gartencenter an der Nieper Straße 161 bei den Inhabern Corinna und Jürgen Schumacher wieder Zuversicht breit. Dank der Hilfe der Angestellten, der Eltern beziehungsweise Schwiegereltern Ulla und Wolfgang Schulz sowie von Freunden und Nachbarn sind die gröbsten Spuren des Hagelsturms vom Mittwoch beseitigt. Golfballgroße Eisklumpen haben die komplette Blumenausstellung innerhalb weniger Minuten vernichtet.

Rund zehn Zentimeter hoch war das gesamte, 10.000 Quadratmeter große Gelände von Blättern und Blüten überdeckt. Kahl ragten die Stiele der vielen tausend Pflanzen empor. Mit den Pflanzen, die dem Starkregen und der anschließenden Hagelschauer trotzten, lässt sich kein Geschäft mehr machen. "Die Blätter haben gleichsam Prellungen bekommen und werden braun", sagte die Inhaberin.

Die Blumenausstellung wurde durch das Unwetter am Mittwoch komplett zerstört. Foto: Schumacher Corinna

Glasdächer zerstört

Die Glasdächer der Gewächshäuser, die nach einem ähnlichen Sturm vor zehn Jahren erneuert wurden, hielten der Wucht des Niederschlags stand. Nicht so das mit Kunststoffplatten gedeckte Dach der Verkaufshalle. Wie Gewehrschüsse durchschlugen die Hagelkörner die Eindeckung. Das Dach sieht aus wie Schweizer Käse. Vier Stunden lang waren drei Männer am Mittwoch nach dem in Krefeld örtlich sehr beschränkten Unwetter damit beschäftigt, die Eismassen aus der Vertiefung zwischen zwei Dächern zu entfernen.

Corinna Schumacher zeigt auf die einst blühenden Hortensien. Foto: Norbert Stirken

"Und drei Straßen weiter war überhaupt nichts", berichtete Jürgen Schumacher, der die Überflutung der Verkaufshalle durch den Starkregen mit dem Smartphone aufzeichnete. Gestern häuften sich die durch die Feuchtigkeit unbrauchbar gewordenen Verkaufsartikel auf einem Einkaufswagen. Draußen kehrte Wolfgang Schulz die Blättermassen von den Verkaufstischen. Mit insgesamt zehn Kräften richten die Schumachers wieder alles für den Verkauf her. "Der Monat Mai ist schließlich der wichtigste im ganzen Jahr", sagte Corinna Schumacher.

Der Vertreter der Versicherung habe bereits alles in Augenschein genommen. "Der ist echt blass geworden", sagte sie. Die Höhe des Schadens bewege sich im mittleren fünfstelligen Bereich. Den Verdienstausfall und die Mehrarbeit seien darin nicht enthalten, informierte die Geschäftsfrau. Sie ist froh, dass ihre langjährigen Lieferanten ihr sofort Hilfe zusagten und auch die erste neue Ware bereits eingetroffen sei.

Nach den Aufräumarbeiten seien sie derzeit damit beschäftigt, die Blumen einzuräumen, den Park zu säubern, zu dekorieren und alles für die große Hundemesse am ersten Juni-Wochenende herzurichten.

Ein solches Naturereignis treffe einen wirklich hart. Das Wetter schlage seltsame Kapriolen. "Ich hatte den Eindruck, dass es sich unseren Betrieb regelrecht ausgesucht hat." Der Rest Krefelds sei offensichtlich von größeren Schäden verschont geblieben - und das sei auch gut so, sagte die engagierte Frau mit dem großen Herz für Menschen und Hunde.

(sti)
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