Krefeld: Hafen-Häuser stehen Industrienutzung im Weg

Krefeld : Hafen-Häuser stehen Industrienutzung im Weg

Eine große Fläche zwischen Hentrich- und Bataverstraße kann für den Hafen nicht genutzt werden. Der Ball liegt bei der Bezirksregierung, die zunächst den Flächennutzungsplan der Stadt Krefeld genehmigen muss. Interessierte Firmen, die das Grundstück nutzen möchten, gibt es jetzt schon.

Auf einem mehrere tausend Quadratmeter großen Grundstück zwischen Hentrich- und Bataverstraße im Krefelder Hafen stehen einige alte Wohnhäuser mit zugemauerten Türen und Fenstern - und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Obwohl der Krefelder Hafen nur noch über wenige Flächenreserven verfügt, an der ein oder anderen Stelle von denkmalgeschützten Gebäuden beengt ist oder Abschnitte wie in Uerdingen fürs Projekt Rheinblick zur Wohnbebauung wird, geht's an der Stelle nicht voran.

Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte die Stadt Krefeld, dass der Entwurf des Flächennutzungsplans die entsprechenden Grundstücke als Industriefläche ausweise. Bis die Bezirksregierung in Düsseldorf diesen Entwurf genehmige, dauere es noch. Erst dann könne in den politischen Gremien der Stadt entsprechendes Ortsrecht erlassen werden. "Eine Wohnnutzung wird dort nicht mehr möglich sein", teilte Stadtsprecher Dirk Senger mit.

Ein Antrag, die Häuser abreißen zu dürfen, liege der Stadtverwaltung nicht vor. Den Antrag müsste die Stadt auch selbst stellen, denn sie ist Eigentümerin der Grundstücke. "Über eine zukünftige Nutzung oder Vermarktung liegt noch keine Entscheidung vor", erklärte Senger. Dabei stehen Interessenten Gewehr bei Fuß. Brockmann Holz zum Beispiel könne sich laut eigener Aussage gut vorstellen, das Gelände als Zwischenlager für Container aus China, Malaysia, Brasilien oder Chile zu nutzen. Die Sperrholzlieferungen kommen in Antwerpen an und könnten mit Binnenschiffen nach Krefeld weitertransportiert werden. Im Krefelder Containerterminal (KCT) würde die Ladung gelöscht und die wenigen Meter zum angedachten Standort gebracht. Direkt daneben baut die Brockmann Holz GmbH mit einem Jahresumsatz von rund 40 Millionen Euro demnächst auf eigenen 31 000 Quadratmetern zwei riesige Lagerhallen, ein Bearbeitungszentrum und einen Verwaltungstrakt, um das gesamte operative Geschäft von Düsseldorf in die Seidenstadt zu verlagern (wir berichteten exklusiv).

Die FDP schlägt im Übrigen zur "Kostenoptimierung im Konzern Krefeld" vor, dass die Stadt gewerblich genutzte Immobilien und Wohnungen auf städtische Töchter übertrage. Konkret nennt sie die Grundstücksgesellschaft Krefeld (GGK) und die Wohnstätte AG - denkbar wäre in diesem Fall aber auch die Krefelder Rheinhafen GmbH, die zu 51 Prozent der Stadt Krefeld und zu 49 Prozent der Neuss-Düsseldorfer Hafen Gesellschaft gehört.

(RP)