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Krefeld: Hafen-Ausbau für 50 Millionen

Krefeld : Hafen-Ausbau für 50 Millionen

Der Krefelder Hafen will massiv erweitern: 50 Millionen Euro sollen in Uerdingen in einen neuen Hafenbahnhof investiert werden. Erstmals wurde das ambitionierte Projekt "Transterminal Krefeld" jetzt öffentlich vorgestellt.

Der Krefelder Hafen steht vor dem größten Ausbauprogramm seiner Geschichte. Für 50 Millionen Euro soll in Linn ein neuer Hafenbahnhof gebaut werden. "Transterminal Krefeld" nennt die Hafen GmbH das Bauvorhaben, das jetzt im Planungsausschuss von Geschäftsführer Rainer Schäfer erstmals öffentlich vorgestellt wurde.

Die Planungen sind weit gediehen: Im Bereich des alten Hafenbahnhofs Linn soll ein neuer Umschlagplatz für Container und Sattelauflieger entstehen. Kräne können dort die Ladungseinheiten vom Zug auf den Lkw befördern oder zwischen Zügen wechseln. Über den Containerterminal am Hafenkopf sind dann auch Transporte mit dem Binnenschiff möglich. In Kürze sollen alle angrenzenden Bürgervereine von Uerdingen, Linn und Gellep unterrichtet werden — auch über besseren Lärmschutz.

Der Ausbau ist nötig, weil die Hafen Krefeld GmbH, die zu 51 Prozent der Stadt Krefeld und zu 49 Prozent der Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH gehört, Zuwachs bei den umgeschlagenen Gütern erwartet. "Die Seehäfen in Deutschland, den Niederlanden und Belgien wachsen stark, entsprechend müssen wir als Knotenpunkt im Binnenland wachsen", erklärt Hafensprecher Andreas Hamm.

Derzeit sind es 4,1 Millionen Tonnen jährlich, die umgeschlagen werden. Der Hafen rechnet aber mindestens mit einer Verdoppelung. Entsprechend mehr Fahrzeuge werden in den Hafen einfahren, also müssen die Güter schneller auf Lkw oder Schiene oder Schiff umgeschlagen und in die Region verteilt werden. Die beiden neuen Portalkräne werden auf einer Länge von 720 Metern fahren können, die vier Gleise, auf denen die Züge einfahren können, sind jeweils 750 Meter lang.

"Eine solche Ausbaufläche für den Hafen ist einzigartig in Deutschland", sagte Schäfer den Politikern. Derzeit müssen die Güter, die im Linner Hafenbahnhof ankommen, noch mit der Hafenbahn abgeholt werden und kommen zum Beispiel in den Containterterminal auf Sattelschlepper.

Viele Transporte der lokalen Industrie und Handelsunternehmen werden derzeit mit Lkw abgewickelt. Mit dem neuen Bahnterminal in Linn wäre der "trimodale Transportmix" in Krefeld möglich — per Schiff, Bahn und Lkw. Die Hafen GmbH, viertgrößter Binnenhafen in NRW, ist bestrebt, möglichst viel dieses Transportverkehrs von der Straße auf die Schiene zu bringen. Solche Projekte werden vom Eisenbahnbundesamt mit bis zu 85 Prozent bezuschusst. Neue Pläne der EU, Lkw-Verkehr in Innenstädten zu reduzieren und sie nie mehr als 300 Kilometer mit Waren fahren zu lassen, sorgen für zusätzlichen Druck in der Branche. "Der Bedarf für unser Transterminal wird dann stark steigen", sagte Hamm.

Auch den Anschluss an die B 288 in Uerdingen soll optimiert werden. Im Ausschuss stellte Schäfer Pläne vor, wie der Hafen über die Floßstraße per Kreisverkehr an die Berliner Straße (B 288) angebunden werden kann. "Entlastet würde die Mündelheimer Straße. Ob zusätzlich noch eine Südumgehung im Hafen nötig wird, steht nicht fest.

(RP)