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Händels Messiah in Krefeld begeisterte das Publikum in St. Josef

Musik in Krefeld : Ein Messias voller Strahlkraft in St. Josef

Die Kirche St. Josef platzte aus allen Nähten: Die Aufführung von Händels Oratorium „Messiah“ in englischer Originalsprache war schon lange im Vorfeld ausverkauft. Sänger und Musiker begeisterten das Publikum vollends.

Schon eine Woche vor dem Auftritt war das traditionelle Adventskonzert des „Crescendo Chores“ in der Kirche St. Josef, Südstraße, restlos ausverkauft. Die Nachfrage war so groß, dass es sogar eine zweite Aufführung hätte geben können. So war denn die Kirche lückenlos gefüllt. Zu erleben war – nach achtjähriger Pause – Georg Friedrich Händels Oratorium „Messiah“, also gesungen in der englischen Originalsprache.

Dieses großartige Werk berichtet zwar zu gut einem Drittel vom Weihnachtsgeschehen, nimmt aber auch Jesu Passion und seine erhoffte Wiederkehr in den Blick. Denn für die Christen gehören Krippe und Kreuz zusammen, wie Kirchenmusiker Heinz-Peter Kortmann in seiner gehaltvollen, kurz gefassten Begrüßung ausführte.

Wie nicht anders zu erwarten, hatte der Kantor wiederum seine rund 70 Sängerinnen und Sänger – auch diesmal war der eifrige Nachwuchs vollgültig eingebunden – mit Sorgfalt auf seine umfangreiche und kräftezehrende Aufgabe vorbereitet. Die Strahlkraft und Homogenität der homophonen Chorsätze war faszinierend, die Diktion glasklar und die Durchsichtigkeit jederzeit gewahrt. Wenn allerdings im polyphonen Gefüge Koloraturen verlangt waren, entsprachen die Männerstimmen nicht der bewundernswerten Beweglichkeit von Sopran und Alt.

Als ein Tenor mit viel Erfahrung, Stilsicherheit und entsprechender Souveränität erwies sich wieder einmal Wolfgang Klose. Sein einleitendes Accompagnato (= vom Orchester begleitetes, reich koloriertes Rezitativ) und die darauf folgende elegant gemeisterte Arie „Jedes Tal soll erhöht werden“ bildeten für das äußerst disziplinierte Publikum den rechten Einstieg in zweieinhalb Stunden musikalischen Genuss. Leider waren im zweiten Teil einige Tenorsoli gestrichen – vor allem die wunderschöne Arie „Doch du ließest ihn im Grabe nicht“.

„Haussopranistin“ Ewa Stoschek wartete wieder einmal mit einer tadellosen Leistung auf, ihr Sopran hat an Höhenglanz noch zugelegt – nicht nur „Ich weiß, dass mein Erlöser lebet“ strahlte Innigkeit und Glaubenszuversicht aus. Alexandra Bernds Alt ist eher ein Mezzosopran, zur Höhe hin am aussagekräftigsten. Ihrer großen Arie im Passions-Teil des Werkes „Er ward verachtet“ hätte man noch etwas mehr Ausdrucksintensität gewünscht.

Mit Florian Conze stellte sich ein junger Bass vor, der noch im Master-Studiengang bei Professor Thomas Heyer in Frankfurt studiert. Seine raumgreifende Stimme, überlegt geführt und bereits reich differenzierend, ist von einnehmendem Wohlklang – lediglich die Diktion könnte noch deutlicher werden.

Auf das „Rheinische Oratorienorchester“ – ständiger Gast bei Kortmanns Konzerten – konnte sich der umsichtig und mit freundlicher Konsequenz leitende Dirigent in jeder Phase verlassen. So hatte er nicht allzu viel Mühe, Chor, Solisten und Instrumentalisten (hervorgehoben sei der erste Trompeter als brillanter Partner des Solobassisten) zu einem fast ausnahmslos homogenen Miteinander zu führen, damit die am Schluss enthusiastisch applaudierenden Zuhörer ebenso wie das Uraufführungspublikum den Eindruck hatten „ein höchst vollendetes Stück Musik“ erlebt zu haben.

Zum Abschluss musste der Dirigent die Zuhörer nicht lange bitten, mit Chor, Solisten und Orchester in das Weihnachtslied „Nun freut euch, ihr Christen“ einzustimmen.