Krefeld Grünes Programm: Gegen neue Baugebiete

Krefeld · Bis zum 15. Februar können Krefelder am Programm der Krefelder Grünen mitarbeiten.

Wie SPD und CDU laden auch die Krefelder Grünen zur Mitarbeit an deren Kommunalwahlkampfprogramm ein. Gestern stellten Ratsfrau heidi Matthias, Vorstandssprecher Günter Föller sowie die Ratskandidiaten Daniel John und Anja Caesar den Entwurf für das Programm vor. Bürger können bis zum 15. Februar über die Internetseite der Grünen eigene Vorschläge oder Kommentare zum Programm abgeben. Am 16. Februar berät dann die Mitgliederversammlung über das Programm.

Die Grünen entfalten ihre Vorstellungen unter der Überschrift "Für ein grünes nachhaltiges Krefeld" in zwölf Programmteilen. Sie lehnen die Ausweisung neuer Baugebiete an den Stadträndern in Hüls oder Fischeln ab. "In den nächsten 15 Jahren wird der Markt durch den Generationswechsel mit leerstehenden Häusern überschwemmt", sagt Föller; die Grünen wollen eher den Bestand pflegen und die Innenstadt mit – nach Grünen-Angaben – 4000 bis 6000 leerstehenden Wohnungen entwickeln. Verkehrspolitisch wollen die Grünen deutlich mehr Tempo-30-Zonen und für Krefeld einen Lärmschutzplan aufstellen. Schulpolitisch favorisieren die Grünen Schulformen mit längerem gemeinsamen Lernen; beim Stichwort Inklusion wollen sie sich bei NRW-Schulministerin Löhrmann für eine angemessene Personalausstattung der Schulen einsetzen – die Sorgen in den weiterführenden Schulen sehe man. Bei den Berufskollegs deute sich ein Überangebot an – die Grünen wollen, dass die Kollegs ihr Angebot aufeinander abstimmen.

Das Altlastenkataster müsse endlich fertiggestellt und die Sanierung von Spielplätzen vorangetrieben werden.

Für landwirtschaftliche Flächen regen sie an, die Pacht für Öko-Bauern niedriger ausfallen zu lassen als für konventionell wirtschaftende Landwirte. Von der Stadt fordern sie, stärker die Akquise von Fördergeldern zu betreiben. "Die Ruhrgebietsstädte sind wesentlich aktiver als wir", sagt John. Den Hinweis auf Personalnot könne man nicht mehr hören: "Ein typisches Beispiel für Sparen am falschen Fleck", sagt Anja Caesar. Schwer erträglich sei es auch, dass es bei der Stadt in Zeiten des Nothaushaltes nach Auskunft der Kämmerei 30 bis 40 Millionen Euro an offenen Forderungen gebe, die nicht eingetrieben werden könnten.

Programmdebatte: Internetseite www.gruene-krefeld.de; dann links auf "Kommunalwahl 2014" und "Entwurf des Wahlprogramms" klicken. Am Ende jedes Themenblocks ("Umwelt", Wirtschaft" etc.) kann man einen Kommentar schreiben.

(vo)
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