Grundwasserprobleme in Krefeld Grüner kritisiert CDU-Vorstoß mit einer Lösung für die „nassen Keller“

Krefeld · Bezirksvorsteher Benjamin Zander wirft den Christdemokraten Marc Blondin und Stefan Galke vor, das Thema aus Wahlkampfinteresse zu vereinnahmen.

 In Dirk Severins Haus am Josef Brocker Dyk drückt das Grundwasser in die Kellerräume und verursacht Feuchtigkeitsschäden.

In Dirk Severins Haus am Josef Brocker Dyk drückt das Grundwasser in die Kellerräume und verursacht Feuchtigkeitsschäden.

Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Die Schätzungen schwanken: im Krefelder Norden sollen in der Dyk-Siedlung rund 300 bis 600 Häuser vom drückenden Grundwasser betroffen und  mit den Folgen nasser Keller konfrontiert sein. Das Problem ist seit langem bekannt. Spätestens seitdem die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) als Bauherr mehrerer dutzend betroffener Häuser nach einer kostenintensiven Sanierung der Keller mit weißen Wannen die Pumpen abgeschaltet hat, stehen die Nachbarn der LEG-Immobilien im Grundwasser. Die Pumpen , so heißt es, sorgten für eine Senkung des Grundwasserspiegel um 90 Zentimeter. Wichtige Zentimeter.

Die beiden Christdemokraten Marc Blondin und Stefan Galke schlossen sich am Dienstag mit ihrem Lösungsvorschlag den Meinungen betroffener Hauseigentümer und des Vereins „IG Trockene Keller im Nordbezirk e.V.“ an, die ehemaligen LEG-Pumpen sofort wieder in Betrieb zu nehmen und das Wasser in die Niepkuhlen zu leiten. Damit schlage man zwei Fliegen mit einer Klappe. Den Hauseigentümern sei ebenso geholfen wie dem kostbaren Naturschutzgebiet mit seinen Tieren und Pflanzen. Das drohte bei anhalten Hitzeperioden auszutrocknen und zu verschlammen.

Benjamin Zander, Bezirksvorsteher Nord, will den Auftritt der beiden Christdemokraten nicht unkommentiert stehen lassen. Ratsherr Blondin reserviere gerade ein Thema für sich und die CDU, welches in den Bezirksvertretungen schon in seinem Vorgehen so weit in Abstimmung sei, dass es mit Sicherheit keine Idee von ihm oder seiner CDU sei. „Wir haben in Krefeld Nord fraktionsübergreifend eine Einigung im Vorgehen zusammen mit der Dezernentin Sabine Lauxen vereinbart und Marc Blondin gefährdet diese Einigkeit nun durch sein unnötiges Vorpreschen, um eine  gemeinsam entwickelte Idee im Wahlkampf für sich zu reklamieren“.

Am 2. September stehe in der zuständige Bezirksvertretung Nord mit der Dezernentin Sabine Lauxen das Thema zur ausgiebigen Beratung auf der Tagesordnung. „Herr Blondin täte als Ratsherr gut daran, sich über anstehende Tagesordnungen zu informieren.“

Den Betroffenen dauert das alles zu lange. Mit einem Offenen Brief im Juli an Oberbürgermeister Frank Meyer verliehen sie ihrer Forderung Nachdruck. Vier Jahre lang habe eine Arbeitsgruppe sich schon mit dem Thema beschäftigt. Jetzt müssten endlich Entscheidungen fallen, hieß es.