Grüne Selbstwidersprüche in Krefeld zum Thema Bauen

KR wie Krefeld : Grüne Selbstwidersprüche

„Das Stichwort „Klima“ wird zur Allzweckwaffe gegen alles, was sich bewegt: Die Grünen fordern eine „Klimasimulation“ vom Investor der Wallhöfe. Zugleich fordern sie, dass in der Stadt statt „draußen“ gebaut wird.

Die Krefelder Grünen haben es sich in schönster Selbstwidersprüchlichkeit bequem gemacht: Sie fordern Hü, sie fordern Hott, manchmal auch Hühott, immer im Dienst des Klimas, versteht sich. Diese rheinischer Dialektik trägt, wenn sie Mehrheiten im Rat findet, zum Stillstand in Krefeld bei. Der neue grüne Oberbürgermeisterkandidat Thorsten Hansen, der sich gern als Manager mit Wirtschaftssachverstand präsentiert, kann diesen Anspruch – Stand heute – schon mal in die Tonne kloppen.

Der Reihe nach. Gegen neue Siedlungsflächen in den Außenbezirken ziehen die Krefelder Grünen mit dem Argument zu Felde, man müsse Naturflächen schonen und stattdessen Wohnraum in der Innenstadt schaffen; das würde auch klimaschädlichen Verkehr mindern. Nun hat Krefeld einen Investor, der für 23 Millionen Euro mit den Wallhöfen am Westwall ein hochwertiges Wohnquartier schaffen will. Jetzt kommt das neue, grüne Zauberwort im Nahkampf gegen alles, was sich bewegt: Klima. Man brauche, so die Forderung, für das Projekt eine Klimasimulation, um das „Mikroklima“ zu erkunden. So ahnt man grüne Dialektik in Vollendung: Draußen bauen darf man nicht, dafür drinnen aber auch nicht – wegen des Mikroklimas.

Bei dieser Mikroklima-Erkundung kann es kaum um das Ziel gehen, den CO2-Ausstoß zu mindern, denn sonst müsste man modern gedämmten und geheizten Wohnraum begrüßen. Es geht wohl um Luftaustausch und Hitzeentwicklung. Glaubt ernsthaft jemand, dass sich mit einem solchen Projekt die Frischluftlage ändert? Skepsis ist geboten: Es ist schon erstaunlich, wie erfolgreich plötzlich die Suche nach „Frischluftschneisen“ ist. Sind sie neuerdings überall.

Die Grünen jedenfalls agieren  nach dem Motto: Immer feste druff. Wenn sie sich nicht besser sortieren, verspielen sie Glaubwürdigkeit: Investoren mit zweifelhaften Ansprüchen quälen und Investitionen verteuern ist weder sozial noch klimafreundlich. Es kann doch nicht sein, dass man Wohnungsnot beklagt und Wohnungsbau verteuert. Das ist am Ende auch unsozial. Und wie soll eine Innenstadt zum Wohnquartier werden, wenn die Hürden für Investoren immer höher werden?

Wenn Thorsten Hansen nur über eine Spur von dem Wirtschaftssachverstand verfügt, den er zu haben behauptet, dann muss er diesen grünen Kuddelmudel aufräumen. Bislang jedenfalls haben die Grünen den Anspruch, Zukunft zu  zu gestalten, nicht eingelöst. Sie sind Verhinderer. So kriegt niemand eine Wende hin.