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Krefeld: Grüne fordern mehr Tempo-30-Zonen

Krefeld : Grüne fordern mehr Tempo-30-Zonen

Radfahrer und Fußgänger sollen künftig mitreden, wenn es um die Gestaltung des innerstädtischen Verkehrsraumes geht. So ist das Fazit des Kongresses der "Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte" (AGFS), in der sich rund 60 NRW-Städte und Kreise zusammengeschlossen. Die Fahrrad-AG der Krefelder Grünen nimmt die Idee "Nahmobilität 3.0" des Essener Kongresses auf. Sie fordert mehr Tempo-30-Zonen und lud jetzt Markus Stephan von der Verkehrsdirektion der Krefelder Polizei ein.

Verkehrsexperte Stephan zeichnete ein nüchternes Bild für Krefeld: In den vergangenen drei Jahren sind 833 aktive Verkehrsteilnehmer bei Unfällen verletzt worden — darunter 341 Radfahrer. Da eine statistische Feinauswertung nicht existiert, kann die Polizei nur Trends aus der Statistik ablesen: Fahrunfälle nehmen zu, während Unfälle durch falsches Abbiegen oder Vorfahrtsverletzungen abgenommen haben. Ein Drittel der verletzten Radfahrer hatte den Unfall selbst verursacht, bei zwei Dritteln waren es andere Verkehrsteilnehmer.

Die Gesamtzahl der bei Radunfällen verletzten Krefelder hat nicht abgenommen. "Der innerstädtische Verkehrsraum hat keine direkten Unfallbrennpunkte", sagte Stephan, "doch es gibt zahlreiche Stellen, an denen sich Unfälle des gleichen Typs häufen." Krefelder Kreisverkehre verunsicherten Radfahrer, da sie unterschiedlich geregelt seien. Als gelungenes Beispiel stellte Stephan den Kreisel an der Einmündung Kempener Allee in die Gutenbergstraße vor. Autofahrer im Kreisverkehr werden durch weiße Quermarkierungen zum Verlangsamen aufgefordert, das Verkehrszeichen 136 mit dem Radfahrersymbol liefert die Begründung. Frühzeitig und für Autofahrer gut sichtbar werden Radfahrer in die verschiedenen Richtungen geführt, und eine Spurreihe "Bischofsmützen" schützt Radfahrer im Kreisel.

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"Die innerstädtischen Hauptachsen haben die Funktion, den Verkehr schnell abfließen zu lassen", sagt Karl-Heinz Renner, Vorsitzender der Grünen-Radfahrer-AG. "Auf den meisten Querspangen könnte Tempo 30 eingerichtet werden. Der Verkehr würde ruhiger fließen und Fußgängern und Radfahrern ein Gefühl der Sicherheit zurückgeben, das sie derzeit nicht haben."

Diese Forderung werden die Grünen in den Bundestagswahlkampf einbringen. Derzeit fotografieren sie Fahrradstellanlagen in Krefeld. "Wir wollen Firmen auszeichnen, die sich besonders um Radfahrer bemühen", sagte Karl-Heinz Renner.

(oes)