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Mahnwache in Krefeld: Grubenunglück in Soma: "Diese Menschen wurden ermordet"

Mahnwache in Krefeld : Grubenunglück in Soma: "Diese Menschen wurden ermordet"

Etwa 100 Krefelder gedachten am Donnerstagabend mit einer Mahnwache am Neumarkt den 282 Opfern des Grubenunglücks im türkischen Soma. Es wurde auch deutliche Kritik an Ministerpräsident Erdogan laut.

Politiker der Linken, der Grünen, der SPD und der Piraten beteiligten sich an der Versammlung, die auch auf Probleme in der Türkei hinweisen sollte. "Diese Menschen mussten sterben - besser gesagt wurden ermordert -, weil Profitgier in der Türkei über der Arbeitssicherheit stand und steht", sagte Basri Cakir vom Krefelder Verein "Solidaritätshaus", der die Mahnwache organisiert hatte.

Nach dem schweren Grubenunglück in Soma wurden bis Donnerstagmittag 282 Tote geborgen. Rund 100 Bergleute wurden noch im Stollen vermutet. Dort war es am Dienstag zu einem Brand gekommen. Hunderte Bergleute wurden in der Zeche eingeschlossen.

Die Organisatoren machen den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, dessen Berater heute mutmaßlich einen Angehörigen getreten haben soll, für das Unglück verantwortlich.

Cakir, der auch die Linken im Krefelder Rat vertritt, erklärte, dass man eventuell auch über die Kontakte zu Krefelds türkischer Partnerstadt Kayseri etwas in der Türkei bewegen könnte - trotz der großen Distanz der Städte und Länder. "Das müsste dann unser Oberbürgermeister übernehmen", sagte Cakir. "Wichtig ist, dass Deutschland politischen und wirtschaftlichen Druck auf Erdogan ausübt." Er wolle sich im Krefelder Rat künftig dafür einsetzen, dass Bund und Länder diesen Druck erhöhen.

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Mit einer Schweigeminute gedachten die Krefelder den Opfern des Unglücks. Per Schildern und Flugblättern machte das "Solidaritätshaus" auf die Zustände in der Türkei und die angeblichen Machenschaften von Erdogans Partei AKP aufmerksam. Unterstützt wurde die Mahnwache von Gewerkschaftern.

Auch in Düsseldorf hatten sich am Donnerstag Menschen zu einer Mahnwache zusammengefunden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Krefeld: Mahnwache für verstorbene Bergleute

(erer)