Krefeld: Grosse ist neuer Dr. humoris causa

Krefeld: Grosse ist neuer Dr. humoris causa

17 Doctores machen deutlich, dass man sich trifft, um einen Neuen in ihren Reihen aufnehmen zu wollen. Zwei Amtsträger, Johannes Kockers und Thomas Pluschkell, übernehmen die Moderation des Abends.

Wenn schon ein "Kleiner Prinz" Krefeld regiert, dann darf auch ein "Großer Grosse" Doktor werden. Ein Mal im Jahr erhebt die ehrenwerte Karnevalsgesellschaft GKG Uzvögel 1900 einen namhaften Bürger Krefelds in den Stand des "Doctors humoris causa". Das es Michael Grosse werden soll, ist seit dem 11.11. 2017 bekannt. Jeder hat seinen Platz im voll besetzten Saal des Stadtwaldhauses gefunden und pünktlich um 19.11 Uhr kann der Dekan der närrischen Fakultät, Wolfgang Berretz, die Sitzung eröffnen. Die obligatorischen Ehrengäste werden begrüßt. Angefangen beim Oberbürgermeister Frank Meyer, bis hin zum CCC-Präsidenten Peter Bossers.

Und dann betreten die Protagonisten des Abends den Saal und füllen die Bühne. Aufgereiht wie an der Hutschnur von 1,63 Meter - Dr. "Schorsch" Rupp bis zum 2,01-Meter-Mann Thomas Pluschkell. 17 Doctores machen deutlich, dass man sich trifft, um einen Neuen in ihren Reihen aufnehmen zu wollen. Zwei Amtsträger, Johannes Kockers und Thomas Pluschkell, übernehmen die Moderation des Abends. Immer wieder gespickt mit kleinen Spitzen gegeneinander zur kurzweileigen Unterhaltung des Publikums.

Dann gehört die Bühne dem Krefelder Prinzenpaar René I. und seiner Prinzessin Sabine II. "Fasteloevend First" heißt das Sessionsmotto und René wettert gegen die Despoten dieser Welt und seinen Auftrag als kleiner "Botschafter der Verrücktheit" für ein friedliches miteinander zu werben. Kockers Kommentar: "Ich bin auf der Herbertzstraße aufgewachsen, wir hätten das schon längst gelöst."

Die Doctores sind das Programm. Krefelds Mundart-Papst Theo Versteegen (85) übernimmt die Rolle des Wellenbrechers. Seine Postamtsgeschichte zu den Kosten für einen Luftpostbrief nach China sorgen für Erheiterung und anerkennenden Applaus. Im Einstein-Look hat dann Günter Baier das Wort und die Lacher auf seiner Seite. Er appelliert an die Behörden, endlich für bessere Luftverhältnisse in Krefeld zu sorgen und schlägt vor, die Bürger mögen doch einen Eimer nehmen, darin einen in Essig getränkten Stofflappen tränken, um so für besseren "Sauerstoff" zu sorgen. So wird Krefeld Luftkurort.

Eine Würdigung in Abwesenheit erfährt der musikalische Genius der Doctores HaJö Böckeler. Seine Boygroup Armin Everhardt, Dr. Wolfgang Dreeßen, Michael Hack und der mit Männergrippe fehlende aber dazu gehörende Hellmut Schroers überzeugen mit einem Liedvortrag. "Der Advocat" Hellmut Höffken legt in altbekannter Manier den Finger in die kleinen oder auch großen "Baustellen" dieser Stadt. Ob Glasdach oder Mevissenstraße, immer ein Seitenhieb an die Stadtverwaltung. Das Publikum ist begeistert und Standing Ovation der verdiente Lohn des Künstlers. Mit einer Reminiszenz an Carl Valentin und einem Plädoyer für das Theater fordert schließlich Rüdiger Höfken auf, den Theaterbesuch zur Pflichtveranstaltung zu erheben. Seine "Zwangsvorstellungen" dürften ganz in Sinne von Michael Grosse sein. Zeit für Krefelds Spaßband Nummer eins, Jeck United, und ihren Frontmann Volker Diefes. Sie bringen den Saal zum Kochen. Nicht nur ihr Song "Höppe,Höppe" hat Mitmachcharakter.

Das Dummheit einen natürliche Begabung sei, versucht dann Manfred Coelen in unnachahmlicher Papp Köpp-Manier dem Publikum nahe zu bringen. Mit Spannung erwartet wird dann das jährliche Ergebnis von Joachim Watzlawiks Filmclip. "Titel, Thesen, Temperamente" dient bei seinem Beitrag als Ideenvorlage, um die neuen Ensemblemitglieder vorzustellen.

Grosse verfügt ab jetzt über völlig neue Talente für die nächste Theatersaison. Und die Rolle als Hausmeister steht ihm auch gut. Nicht ohne Ehrungen kommt auch diese Veranstaltung aus. CCC-Boss Bossers ehrt Thomas Pluschkell und in Vertretung Heike Bockeler mit der Ehrennadel in Bronze und Georg Rupp mit Silber.

(RP)