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Großbrand in Krefeld: Handwerker retten Familie aus den Flammen

Großbrand in Krefeld : Handwerker retten Familie vor dem Feuer

Nach dem Großbrand im Gewerbegebiet Hafelsstraße in Oppum haben die Aufräumarbeiten begonnen. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die gerettete Familie konnte das Krankenhaus wieder verlassen

Einen Tag nach dem verheerenden Brand im Oppumer Gewerbegebiet sind die Spuren des Feuers und der Löscharbeiten deutlich sichtbar. In den Räumlichkeiten des betroffenen Glasunternehmens Osman zeigt sich ein Bild der Verwüstung. Verrußte Wände, Wasser, Schaum und Matsch, ausgebrannte Autos, zerstörte Fassaden. Vor dem länglichen Gebäude, in dem auch andere Unternehmen untergebracht sind, ergießt sich eine Schaum-Lache. Über 110 Einsatzkräfte der Berufsund Freiwilligen Feuerwehr hatten am Mittwoch den Großbrand bekämpft und bis in die Abendstunden noch Glutnester im Gewerbebetrieb gelöscht (wir berichteten).

Wie die Feuerwehr mitteilt, ist die Rettung der Familie aus dem brennenden Gebäude vor allem Handwerkern zu verdanken, die umgehend ihre Arbeiten am anderen Teil des Gebäudes unterbrachen und zur Unglücksstelle eilten. Mit einem fahrbaren Gerüst bargen zwei Mitarbeiter der Firma Soldin Stahlund Metallbau aus Erkrath drei Familienmitglieder aus der Wohnung im Obergeschoss. Eine Zeugin berichtet, dass der Vater den Sohn noch über das Treppenhaus ins Freie holen konnten, die Tochter und die ihr zur Hilfe geeilten Eltern aber anschließend von den Handwerkern gerettet werden mussten. Auch der Hund der Familie konnte auf diese Weise den Flammen entkommen.

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Die Feuerwehr lobt das selbstlose Eingreifen der Helfer, die gestern schon wieder auf einer anderen Baustelle im Einsatz waren, und ergänzt: „Vermutlich haben die Handwerker durch ihr herausragendes Handeln noch schwerere Verletzungen der Familie verhindert.“

Als die Einsatzkräfte der Feuerwehr eintrafen, standen bereits alle vier Familienmitglieder vor der Halle und befanden sich in Sicherheit. Sie wurden vom Notarzt untersucht und mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Ihnen soll es den Umständen entsprechend gut gehen. Das Krankenhaus konnten sie in der Zwischenzeit wieder verlassen.

Da die Statik der Halle nicht mehr gewährleistet ist, konnten alle Löschmaßnahmen aus Sicherheitsgründen nur von außen durchgeführt werden. Die Krefelder Feuerwehr bat deshalb die Kollegen vom Technischen Hilfswerk (THW) um Unterstützung. Sie kamen mit 26 Einsatzkräften und brachten auch einen Bagger mit, mit dem Bauteile auseinander gezogen wurden, um Glutnester und kleinere Brandstellen freizulegen. Dank der Helfer vom THW war auch die gesamte Einsatzstelle großflächig ausgeleuchtet. So konnten die Löschmaßnahmen bis zum Abend weitestgehend abgeschlossen werden. Vor Ort blieb eine sogenannte Brandsicherheitswache und kontrollierte die komplett ausgebrannte Lagerhalle, um zu verhindern, dass an einer vielleicht unbemerkten Stelle erneut ein Feuer entsteht.

Die Polizei sicherte die Einsatzstelle und führt derzeit Ermittlungen zur Brandursache durch. Ein betroffener Geschäftsmann befürchtet, dass das komplette Gebäude nicht mehr sicher ist und abgerissen werden muss. Erst vor kurzem hatte er die Räumlichkeiten bezogen.

Feuerwehr-Sprecher Christoph Manten bezeichnete den Brand im Gewerbegebiet, bei dem es eine enorme Rauchentwicklung gab, als einen der größten der vergangenen Monate, wenn nicht sogar Jahre. Die Bevölkerung in Oppum und Linn war über die KatastrophenApp Nina und Sirenen vor dem möglicherweise für Menschen gefährlichen Rauch gewarnt worden. Gegen Mittag wurde die Warnung aufgehoben, nachdem Messungen keine gefährlichen Bestandteile in der Luft nachgewiesen hatten. Es kam zu erheblichen Verkehrsstörungen

Hier geht es zur Bilderstrecke: Nach dem Brand - so sieht es jetzt aus