Lebendiges Brauchtum Warum der Verberger Martinszug groß wie nie zuvor ist

Krefeld · Anderswo wird um die St-Martin-Tradition gekämpft – in Verberg ist sie stark wie nie zuvor. Wir fragten nach, was in Verberg anders und richtig läuft – unter anderem sind nicht nur die Jüngsten, sondern auch die Senioren eingebunden.

 Nie gab es beim Martinszug in Verberg mehr Martinstüten als im Jubiläumsjahr 2022.

Nie gab es beim Martinszug in Verberg mehr Martinstüten als im Jubiläumsjahr 2022.

Foto: Martinskomitee Verberg

Das Brauchtum wird häufig als in der Krise befindlich wahrgenommen. Individualisierung und die mangelnde Bereit­schaft, sich zu engagieren, aber auch immer weiter zunehmende Aufla­gen an Veranstaltungen sorgen für Probleme. Der Verberger St. Mar­tinszug aber trotzt diesem Trend. In diesem Jahr wird der Zug 100 Jahre alt. Im Jahr 1922 zogen erst­mals Kinder mit Laternen durch den Ort und erlebten die Martinsge­schichte mit Feuer und der Teilung des Mantels. Just im Jubiläumsjahr stellt der Zug nun einen neuen Rekord auf: 650 Martinstüten werden in diesem Jahr verteilt. „So viele hatten wir noch nie. Sankt Martin ist eher auf dem aufsteigenden Ast“,  sagt der ers­te Vorsitzende des Martinskomit­ees, Heinzwerner Conen, auf Anfrage ganz gegen alle Befürchtungen über den Bestand der St.-Martin-Tradition im Rheinland.