Krefeld: Grippewelle sorgt für Krise in Kliniken

Krefeld: Grippewelle sorgt für Krise in Kliniken

Der erhöhte Patientenandrang und die Ausfälle beim Personal stellen die Verantwortlichen vor eine große Herausforderung.

Die Grippewelle hat in Krefeld drastische Auswirkungen vor allem in den Krankenhäusern: immer mehr Patienten und immer weniger Personal. Operationen wurden verschoben, Abteilungen geschlossen, Quarantäneräume eingerichtet, Schwesternschülerinnen als Notfalltruppe aus der Berufsschule zurückgeholt und Aushilfskräfte gesucht. Für die Verantwortlichen im Helios-Klinikum, im St. Josefshospital und in den Alexianer-Krankenhäusern ist die Zeit eine Herausforderung, um die ärztliche Versorgung trotz der Widrigkeiten zu garantieren. Mit Erfolg. Auch die Polizeibehörde und die Berufsfeuerwehr leiden unter der Personalnot.

Das Helios aktivierte bereits den "Pandemie-Plan", die Alexianer stellt die Situation vor große Herausforderungen, medizinische und pflegerische Mitarbeiter erreichen mehr und mehr ihre persönlichen Belastungslimits.

Das Dilemma: Die Krankenhäuser verzeichnen seit Wochen nicht nur einen Anstieg der Influenzafälle bei Patienten, sondern mussten zusätzlich den zeitweisen Ausfall von zahlreichen Mitarbeitern an den Klinikstandorten kompensieren. "Es hat sich noch keine nachhaltig spürbare Entspannung eingestellt", sagt Marina Dorsch, Leiterin der Unternehmenskommunikation des Helios-Zentrums, auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Maßgaben des internen Pandemie-Plans wurden realisiert. Bei diesem Vorgehen wurden einzelne Patientenzimmer beziehungsweise Stationen geschlossen, um Arbeitskräfte auf den Stationen zu bündeln. Eine Klasse der Krankenpflegeschule wurde vom Blockunterricht befreit und greift nun den Teams auf den Stationen unter die Arme.

Soweit medizinisch vertretbar wurden geplante Eingriffe verschoben und die Notaufnahme (davon ausgenommen die Schwerpunktversorgung) durch den Rettungsdienst für überregionale Notfallpatienten zeitweilig abgemeldet. Da ein Abebben der Grippewelle noch nicht bemerkbar ist, wurde eine spezielle Isolierstation eingerichtet.

Laut Plan finde eine kontinuierliche gemeinsame Bewertung und Abstimmung zwischen Geschäftsführung, Pflegedienstleitung, ärztliches Direktorium, Krankenhaushygiene, Belegungsmanagement, OP-Leitung und Notaufnahme statt.

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"Die Versorgung von Patienten, die als Notfälle einer lebenswichtigen Behandlung bedürfen, ist jederzeit und ohne Einschränkungen gewährleistet", erklärt Dorsch. Denn als Volllversorger hätten sie sich auf diese besondere Situation eingestellt.

Auch im St. Josefshospital des Malteser-Ordens in Uerdingen ist die Lage angespannt. "Es gibt kaum Tage, an denen es keine 100-prozentige Belegung gibt", sagt Patrick Pöhler, Sprecher der Malteser Kliniken Rhein-Ruhr. Auch hier muss der Ausfall von Arbeitskräften kompensiert werden. Im Februar erkrankten 40 Prozent mehr Mitarbeiter als im Januar, momentan gäbe es 28 erkrankte Patienten.

Die Alexianer habe es ebenfalls "voll erwischt", sagt Frank Jezierski, Leiter der Unternehmenkommunikation der Alexianer. "Leider hat auch uns die Grippewelle in all ihren Auswirkungen erreicht", stellt er fest. In den Häusern in Krefeld und Tönisvorst wurde ein erheblich höherer Personalausfall als sonst üblich verzeichnet, zeitgleich seien beide Kliniken voll ausgelastet.

"Durch Umverteilungen des Personals, Mehrarbeit einzelner Mitarbeiter und den Einsatz von Aushilfen kann eine angemessene Patientenversorgung aufrecht erhalten werden", erklärt Jezierski.

Jedoch bringt die aktuelle Ausnahmesituation die medizinischen und pflegerischen Mitarbeiter mehr und mehr an die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit. "Nur durch ihr erhebliches Engagement ist der Krankenhausbetrieb in der gebotenen Form aufrecht zu erhalten", sagt Jezierski.

Gewappnet hat sich die Berufsfeuerwehr: Sie plant ihr Personal und somit die Funktionen im Regelfall pro Quartal und beachte so eventuelle personelle Ausfälle frühzeitig. Indem sie mit so genannten "Verfügern" arbeiten, sind sie bei krankheitsbedingten Ausfällen kurzfristig fähig, sie zu kompensieren. Sollte es wider Erwarten zu einer temporären, höheren Ausfallzahl kommen, gibt es weiterhin die Möglichkeit, dienstfreies Personal zu akquirieren. Die Polizei beklagt nur vereinzelte Krankheitsfälle. "Unsere Arbeit ist davon in keiner Weise beeinträchtigt", betont Polizeisprecher Daniel Uebber auf Anfrage.

(RP)