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Grilltrend Dutch Oven: Kochen im Feuertopf wie die Cowboys

Grilltrend : Dutch Oven: Kochen wie die Cowboys

Kochen im Feuertopf, auch Dutch Oven genannt, wird immer beliebter. Die Art zu kochen erinnert an Essenszubereitung in der freien Natur, über dem offenen Feuer. Möglich macht das der Topf aus Gusseisen, der direkt in Grillkohle gestellt oder über offenem Feuer aufgehängt wird.

Da gibt es diese berühmte Szene im Italo-Western „Vier Fäuste für ein Halleluja“ mit Bud Spencer und Terence Hill: Vier reichlich dödelige Verbrecher hocken vor einem Felsklotz kurz hinter der Wüste und bereiten sich Bohnen auf einer Gusseisernen Pfanne zu, die auf einem Feuerchen steht. Kurz nacheinander ergaunern sich Spencer und Hill jeweils frische Bohnen, loben die Kochkünste der belämmerten Ganoven und ziehen weiter. Wer diesen Geschmack der über offenem Feuer zubereiteten Bohnen selbst einmal testen möchte, für den bietet ein Dutch Oven genau die richtige Möglichkeit.

„Kochen im Feuertopf, wie man den Dutch Oven auch nennt, wird immer beliebter. Auch wenn es derzeit noch eine Nische ist, so gilt es doch als ziemlich hip, damit zu arbeiten“, sagt Daniel Kiak, Grillspezialist beim Krefelder Unternehmen Holz Roeren, das neben anderen Grillgeräten auch die Dutch Oven im Sortiment hat. „Das bietet ein ganz anderes Gefühl von Outdoor-Cooking als in einer normalen Gartenküche und hebt sich gegenüber den normalen Grillern deutlich ab.“

Der Clou an den Gerätschaften ist, dass sie mitten in heiße Glut oder brennendes Holz gestellt werden können oder aber an ein Dreibein über offenem Feuer gehängt werden. „Das ist die ursprüngliche Art des Kochens, weg vom Mainstream, und es bietet auch dem Koch ein ganz anderes Gefühl“, sagt Kiak. Nachteil: Geeignet ist es nicht für jeden Koch und jeden Ort. Auf dem Balkon ist es aufgrund des Funkenflugs der Asche nahezu unmöglich. Am besten geeignet ist der eigene Garten - vielleicht sogar im eigens mit der Schaufel ausgehobenen Loch. „Das ist noch etwas männlicher“, sagt Kiak augenzwinkernd.

In der Tat ist die Zubereitung im Dutch Oven zurzeit vor allem bei Männern beliebt, die das Gefühl vom Kochen wie die Cowboys erleben möchten. Allerdings: „Es ist nicht damit getan, sich einen Pott zu kaufen, Fleisch reinzuwerfen und Kohle anzuzünden. An den Dutch Oven sollte man sich langsam herantasten“, rät der Fachmann. Empfehlenswert für den Einsteiger ist dabei ein 4,5 Liter großer Topf, in dem man auch durchaus größere Mengen zubereiten kann. „Darin kann man so ziemlich alles zubereiten. Eintöpfe vor allem oder Schmorgerichte wie Gulasch. Je nach Form des Topfes kann man auch Brot auf diese Weise backen. Dazu gibt es längliche Feuertöpfe, die wie ein Bräter aussehen“, sagt Kiak. Eines seiner Lieblingsrezepte ist dabei ein Krustenbraten, dessen Schwarte besonders knusprig ist, wenn er direkte Hitze von oben abbekommt - dadurch, dass die Briketts oben auf dem gusseiserner Deckel liegen.

Wichtig beim Kauf der Kochgeräte, die es im Handel ins nahezu allen Größen und Varianten gibt, vom kleinen Saucentopf bis hin zum 18 Liter-Pott, und die zwischen 30 und 150 Euro liegen, ist, dass der Deckel den Topf dicht verschließt, damit keine Feuchtigkeit nach außen dringt. „Da empfiehlt es sich, wirklich präzise gearbeitete Produkte zu verwenden, um nicht hinterher enttäuscht zu werden.“ Gleiches gilt für Briketts: „Auch da rate ich, auf Qualitätsprodukte zu achten. Die Briketts dürfen nicht zu eng gepresst sein. Ich habe die besten Ergebnisse mit Buchenholzkohle erzielt“, sagt Daniel Kiak. Auch empfiehlt er, sich entsprechendes Zubehör zuzulegen: Ein Deckelheber etwa ist ratsam, und natürlich gute Grillhandschuhe, weil der Topf extrem heiß wird.