Krefeld: Gottschalks T-Shirt kommt ins Museum

Krefeld : Gottschalks T-Shirt kommt ins Museum

Drei Sonderausstellungen gibt es 2013 auf Burg Linn: Eine ist den Tanzhusaren gewidmet und zeigt auch ein Shirt des Moderators.

Einen intensiven Blick in den Kleiderschrank von Thomas Gottschalk können die Besucher der Burg Linn im Frühsommer werfen. Der Moderator stellt ein T-Shirt für eine Ausstellung über die Krefelder Tanzhusaren zur Verfügung. Die Schau, die Ende Mai startet, ist eine der drei Sonderausstellungen, die das Museum Burg Linn in diesem Jahr präsentieren wird. Die beiden anderen Ausstellungen drehen sich um archäologische Funde und um die Bombardierung der Stadt.

2013 ist ein Jubiläumsjahr der Krefelder Tanzhusaren. Das Regiment wäre dann 200 Jahre alt geworden. Kaiser Wilhelm II. veranlasste die Verlagerung der Einheit 1906 von Düsseldorf auf die linke Rheinseite nach Krefeld. Der Monarch hatte bei einem vorangegangenen Besuch den Damen der Stadt versprochen, ihnen Offiziere zum Tanzen bei seiner nächsten Visite zu bringen, was der Hohenzoller auch einhielt. "Für die Verlagerung waren jedoch wirtschaftliche, aber auch militärische Gründe ausschlaggebend", sagt Christoph Reichmann, Leiter des Museums Burg Linn. Den Bau der Kaserne musste Krefeld finanzieren. Doch damals war die Stadt reich und konnte sich den Kasernenbau für die Husaren leisten.

Zusammen mit dem Krefelder Rennverein wird die Ausstellung vom 24. bis zum 26. Mai mit Talkrunden, der Ausstellungseröffnung und einem Renntag auf der 1913 eröffneten Galopprennbahn im Stadtwald gefeiert.

Bereits zur Mitte des 19. Jahrhunderts bemühte man sich in der Samt- und Seidenstadt, auch Garnisonsstadt zu werden. Als sich Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1902 für Krefeld entschied, brach in der Stadt eine patriotische Welle der Begeisterung aus. In einer geheimen Abstimmung beschloss die Stadtverordnetenversammlung, rund vier Millionen Mark für den Kasernenbau und die Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Durch den Bau der Kaserne entstand im Nordwesten der Stadt ein neues Viertel. "Man wollte zudem gegen Frankreich linksrheinische Truppen haben", so Reichmann. Mit dem Jahr 1914 kamen die Husaren dann auch an die Front und die Zeit der schönen, bunten Uniformen endete mit dem Ersten Weltkrieg. Neben Exponaten von Krefelder Sammlern erhält das Museum für die Schau auch ein T-Shirt von Thomas Gottschalk im Husaren-Look.

Unter dem schlichten Titel "Neue Ergebnisse der Krefelder Stadtarchäologie" verbirgt sich eine spannende Ausstellung, die das Museum vom 3. März bis zum 8. April zeigt. "Wir stellen dann Funde vor, die nicht in der Dauerausstellung zu sehen sind", sagt Reichmann. Darunter wird auch eine mittelalterliche Toilette aus dem Haus Rath sein, dessen Turm aus dem 12. Jahrhundert stammt. Anhand von "Mistschleiern" können Archäologen die landwirtschaftliche Nutzung von Äckern und anderen Flächen auch noch nach Jahrhunderten rekonstruieren. Auf diese Weise können Erkenntnisse über Siedlungsgebiete gewonnen werden.

Eine Sonderschau vom 20. Juni bis zum 2. Juli in Kooperation mit dem Krefelder NS-Dokumentationszentrums in der Ehrenhalle der Vorburg basiert auf dem Kriegstagebuch der Stadt Krefeld aus den Jahren 1939 bis 1943. Im kommenden Juni jährt sich zum 70. Mal die große Bombardierung der Krefelder Innenstadt.

Für den Herbst kündigte Reichmann außerdem eine kleine Schau von Steinzeug aus der Sammlung Amendt an.

Neben den Ausstellungen plant das Museum Burg Linn wohl ab dem zweiten Halbjahr zu den üblichen Führungen neue Themenführungen wie "Denkmalpflege und Design". Nach der Auswertung von neuen Luftbildaufnahmen des Hülser Bergs und dadurch gewonnene neue Erkenntnisse um die eisenzeitliche Anlage auf dem Berg wird Christoph Reichmann im Mai dort eine Führung anbieten.

Mit der Architektur rund um die Fabrik Heeder an der Virchowstraße beschäftigt sich der stellvertretende Museumsleiter Christoph Dautermann bei einigen Führungen im Mai. Das komplette Programm liegt als Flyer ab sofort in den Museen und Institutionen aus.

(ped)
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