Krefeld: Gotik künftig wieder sichtbar

Krefeld: Gotik künftig wieder sichtbar

550 Jahre nach Errichtung der Konventkirche soll der spätgotische Altarraum wieder in seiner ursprünglichen Klarheit sichtbar werden. Dadurch wird die Spannung zu der im Rest barocken Kirche erlebbar. Der alte Hauptaltar rückt in den Mittelpunkt der Gottesdienste.

Hüls "Es ist faszinierend, den spätgotischen Raum mit seinem Kreuzgratgewölbe in seiner Klarheit wieder so zu sehen, wie er vor 550 Jahren gebaut wurde", sagt Architekt Ludwig Thorissen. Er spielt damit auf die barock anmutende Ausstattung an, mit der der Hauptaltar der Konventkirche St. Cäcilia nach1943 umbaut war. Damals war mit dem Gewölbe auch der Barockaltar, der wie die restliche Kirche aus dem Wiedeaufbaujahr 1735 stammt(e), zerstört worden. Die Nachkriegsausstattung wurde für die Sanierung des Chors nun ebenso weggenommen wie der Altartisch, der vor dem Hauptaltar auf der beeindruckenden Grabplatte platziert war und seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil als Zelebrationsaltar diente. Mitte des Jahres soll der Raum mit den inzwischen trocken gelegten Wänden und dem "freigelegten" Hauptaltar fertig und für Gottesdienste nutzbar sein.

"Die Versammlung von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, den Raum nach den von Ludwig Thorissen vorgelegten Plänen umzugestalten", sagt Pfarrer Paul Jansen. "Es ist ein Gotteshaus und kein Museum", hält er denen entgegen, die lieber den Nachkriegszustand wiederhergestellt sähen. Die Teile der besagten Altarumbauten sowie die Figuren und das Kreuz werden in die der Sakristei untergebracht und können bei Bedarf eines Tages restauriert und wieder aufgestellt werden.

Zu der Sanierung gehört auch der Austausch des vormaligen unpassenden und unattraktiven Fliesenbodens durch Eichendielen, die um die nun frei sichtbare Grabplatte verlegt werden. Die gesamten Arbeiten, die sich auf gut über 50 000 Euro belaufen, werden aus Spenden finanziert. Die bei der Sanierung gefundene Urkunde von 1948 wird übrigens wieder in dem Altar hinterlegt.

(RP)