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Krefeld: Gladbach macht Theater ums Theater

Krefeld : Gladbach macht Theater ums Theater

Kann die Stadt sich ihr Theater noch leisten? "Nein", ist die Meinung der Unternehmensberatung Rödl und Partner, die Mönchengladbach vorschlägt, über die Schließung des Hauses nachzudenken. So könne die Stadt neun Millionen Euro einsparen – die Hälfte der anvisierten Sparsumme von 18 Millionen. Auch in der Politik gibt es Sparfüchse, die das Theater zwar nicht ganz schließen, aber gerne wieder mal auf den Spar-Prüfstand stellen würden: Die Gladbacher FDP plädiert dafür, die Sparte Ballett zu kappen und Produktionen von auswärts einzukaufen.

Kann die Stadt sich ihr Theater noch leisten? "Nein", ist die Meinung der Unternehmensberatung Rödl und Partner, die Mönchengladbach vorschlägt, über die Schließung des Hauses nachzudenken. So könne die Stadt neun Millionen Euro einsparen — die Hälfte der anvisierten Sparsumme von 18 Millionen. Auch in der Politik gibt es Sparfüchse, die das Theater zwar nicht ganz schließen, aber gerne wieder mal auf den Spar-Prüfstand stellen würden: Die Gladbacher FDP plädiert dafür, die Sparte Ballett zu kappen und Produktionen von auswärts einzukaufen.

Dass die 18 Tänzer starke Compagnie nur ein vergleichsweise kleiner Kostenfaktor sind, ist den Krefelder Kulturpolitikern klar. Keine Fraktion könnte sich vorstellen, aufs Theater zu verzichten. "Ich glaube nicht, dass Mönchengladbach diesen wichtigen Standortfaktor leichtfertig aufs Spiel setzen würde — so wenig wie wir es in Krefeld tun", sagt Ingeborg Müllers, kulturpolitische Sprecherin der CDU. Ihr SPD-Kollege Klaus Kokol sieht ebenfalls keine Möglichkeit, am Theater zu sparen: "Es lebt nicht über seine Verhältnisse und ist jeden Cent wert. Es hat eine wichtige Bildungsfunktion. Aber: Eine Million auszugeben für den nachzubrennenden Klinker, das ärgert mich." Kokol bedauert, dass die Förderung der Sparkassen-Kulturstiftung weg fiel, die international renommierte Choreografen ans Haus holte. "Ich bin ein Fan des Balletts, gerade diese Sparte hat eine Marke geschaffen."

Joachim C. Heitmann (FDP) will am Wahlversprechen festhalten und "die Institute, die wir haben, bestehen lassen, ohne Angebote zu reduzieren." Er sieht andere Sparpotenziale: "Wir müssen auf Dauer den kaufmännischen Part stärken." Als GmbH oder gGmbH könne man die Häuser effektiver betreiben. Heidi Matthias (Die Grünen) betont, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dürfe nicht an der Kultur gespart werden: "Das führt zu geistiger Verarmung". Im Gegenteil, Kultur müsse auch jene einbinden, die von sich aus keinen Zugang hätten.

(RP)