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Ginkgo-Ernte in Hüls stockt – Sorge vor  Aasgeruch faulender Früchte

Naturphänomen : Ginkgo-Ernte in Hüls stockt – Sorge vor Aasgeruch faulender Früchte

In Hüls sind sie berüchtigt: faulende Ginkgo-Früchte, von denen übler Aasgeruch ausgeht. Nun hat der Sturm etliche Früchte auf die Straße geweht. Eigentlich sollten die Bäume längst abgeerntet sein.

In Hüls müssen sich Anwohner der Bruckerschen Straße wohl auf den üblen Aasgeruch von verfaulenden Ginkgo-Früchten einstellen. Wie Anwohner Michael Bott berichtet, hat der Sturm getan, was eigentlich der Kommunalbettrieb Krefeld tun wollte: die Früchte an den Bäumen „geerntet“, sprich auf die Sraße geweht. Eigentlich sollten sie längst geernt sein. Wie Bott berichtet, hat die Ginkgo-Ernte am 5.Oktober begonnen; er hat einen Hubsteiger am Anfang der Bruckerschen Straße beobachtet. „Seitdem herrscht Stillstand“, bilanziert der Hülser und fragt, wann denn die Ernte weitergeht.

Um die Hülser Ginkgo-Bäume hat es immer wieder Ärger gegeben. Diese Baumart hat quasi zwei Seiten: Goethe hat den Ginkgo als Exoten aus dem Osten verehrt; in der japanischen Heilkunde wird den Blättern Heilkraft zugeschrieben, die Blattform ist ein beliebtes Schmuckstück – all diesen schönen Dingen zum Trotz geht von der Frucht aber auch unangenehmer Aasgeruch aus.

Dieser Geruch war in Hüls so schlimm, dass 2019 sogar die Abholzung der Bäume erwogen wurde.  Kommunalbetrieb und Fachbereich Umwelt hatten aber seinerzeit dafür plädiert, die Bäume zu erhalten und die Früchte abzuernten. Ein Pilotversuch habe gut funktioniert und sei mit 2000 Euro Kosten pro Baum preiswert gewesen, hieß es. Ginkgos seien die perfekten Straßenbäume, sie seien widerstandsfähig gegen Trockenheit, Hitze und Kälte und brauchten wenig Pflege.

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Der Aasgeruch hat biologisch einen guten Grund. Man geht davon aus, dass die Früchte in freier Wildbahn aasfressende Raubtiere anlocken. Fressen sie die Früchte, tragen sie zur Verbreitung des Ginkgo-Samens bei.