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Krefeld: Gewerbe an A44 – erste Kritik aus Willich

Krefeld : Gewerbe an A44 – erste Kritik aus Willich

Der Krefelder Rat entscheidet am 7. Mai, ob an der A44 ein intrakommunales Gewerbegebiet mit Meerbusch und Willich entstehen kann. Die IHK ist ein starker Befürworter, die ersten Willicher haben Bedenken.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Porschen nennt das Gewerbegebiet "eines der spannendsten in ganz Deutschland" — entlang der A44 könnten die drei Städte Krefeld, Willich und Meerbusch ein interkommunales Gewerbegebiet bauen. Jahrelang existierte diese Idee in den Rathäusern.

Jetzt wird die Planung konkreter: Die Stadträte von Willich und Meerbusch haben generell bereits zugestimmt, dass ein solches Gebiet entwickelt werden soll. Der Krefelder Rat muss am 7. Mai entscheiden, ob er die Stadtverwaltung beauftragt, mit der IHK Detailplanungen in Angriff zu nehmen. Der Planungsausschuss stimmt bereits einstimmig zu.

Bisher kämpfen alle drei Städte für sich um die Ansiedlung von Gewerbebetrieben. In allen Städten werden aber zunehmend die Freiflächen knapp, außerdem haben die Städte weniger Geld für Investitionen. Deshalb kommt es nun womöglich zur Wende: "Durch die gemeinsame Planung könnte Verwaltungsarbeit kostensparend gebündelt werden, außerdem gibt es eine viel größere Werbewirkung, weil man gemeinsam eine Marke bilden kann", sagt Silke Hauser, Referentin für Standortpolitik bei der IHK. Sie fordert: "Die Entwicklung von Gewerbegebieten darf nicht vor Stadtgrenzen haltmachen."

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Durch die Gründung eines gemeinsamen Gewerbegebietes könnten Gewerbebetriebe aus den Wohnzentren herausgehalten werden. Der Standort an der A44 ist besonders wegen der Flughafennähe und Autobahnanbindung attraktiv. Das neue Gewerbegebiet soll sich nördlich der Autobahn 44 vom Europark Fichtenhain bis zur K-Bahn-Trasse erstrecken — das Gebiet liegt südlich der Fischelner Neubaugebiete.

Zwischen Fischeln und den Gewerbebetrieben soll ein Grünzug erhalten bleiben. Südlich der Autobahn soll es von der Stadtbahntrasse bis Willicher Heide reichen — hier wären Meerbusch und Willich betroffen. Zwei Varianten wären möglich: In Variante A würde das Gewerbegebiet 263 Hektar groß (ein Hektar = ein großes Fußballfeld), der Krefelder Flächenanteil läge bei 104 Hektar, Willich käme auf 65 Hektar, Meerbusch auf 94 Hektar. In der größeren Variante B würde das Gebiet 286 Hektar groß, der Krefelder Flächenanteil läge aber hier nur bei 96 Hektar, der Willicher bei 88 Hektar, der Meerbuscher bei 102 Hektar.

Im neuen Gebiet sollen insbesondere Gewerbeimmobilien mit Büros angesiedelt werden, kein störendes verarbeitendes Gewerbe. In Betracht kommen aber auch Logistiker, die derzeit schon am Krefelder Standort Fichtenhain großes Interesse zeigen. Geplant ist ein mehrstufiger Ausbau — begonnen werden soll in Meerbusch, wo der geltende Regionalplan die Fläche als "überregional bedeutsames Gewerbegebiet" ausgewiesen hat.

Vorbehalte von Anwohnern gibt es schon jetzt in Willich: Der Bürgerverein Willich-Nord ist gegen ein interkommunales Gewerbegebiet, das dort östlich der Wohngebiete Bue, Kiefernstraße und Alperheide läge. In einem Brief an die Vorsitzenden der Ratsfraktionen schrieb zuletzt der Bürgervereinsvorsitzende Gert Schulten, "dass die Planung des Gewerbegebietes erhebliche negative Folgen haben wird".

(RP/EW/jco)