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Gesundheitsamt Krefeld meldet vier Corona-Tote

39.428 Erstabstriche in Krefeld vorgenommen : Gesundheitsamt Krefeld meldet vier Corona-Tote

63 Personen sind in der Seidenstadt bisher im Zusammenhang mit der Pandemie gestorben. Der aktuelle Inzidenzwert steigt auf 135. Die Politik fordert von der Verwaltung mehr Informationen zur geplanten Öffnung des Impfzentrums.

Neuansteckungen mit dem Coronavirus nehmen in Krefeld zu, die Zahl der Covid-Toten erreicht in der Seidenstadt traurige Höchststände und die Bürger setzen ihre Hoffnungen in die versprochenen Impfungen, um eine weitere Ausbreitung der Pandemie in Schach halten zu können: In Krefeld ist seit Mitte Dezember das Impfzentrum auf dem Sprödentalplatz einsatzbereit. Doch die Türen bleiben zu. Im Gegenzug meldet das städtische Gesundheitsamt aktuell vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie melden. Bei den Verstorbenen handelt es sich um vier ältere Personen, drei davon lebten in verschiedenen Senioreneinrichtungen, die vierte Person im eigenen Hausstand. Alle lagen zuletzt im Krankenhaus, über Vorerkrankungen ist nichts bekannt. Zwei der Verstorbenen waren über 90 Jahre alt, die beiden anderen knapp über 80 beziehungsweise Mitte 80. Insgesamt 63 Personen sind in Krefeld bisher im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestorben.

76 neue Coronafälle meldet der Fachbereich Gesundheit am Donnerstag, 7. Januar, (Stand: 0 Uhr). Damit steigt die Gesamtzahl aller bisher in Krefeld registrierten Infektionen auf 5.639. Die Gesamtzahl der rechnerisch Genesenen hingegen steigt weniger stark, liegt aktuell bei 4.760. Seit dem Vortag sind 16 Personen als neu genesen gemeldet worden. Somit sind 816 Personen in Krefeld aktuell mit dem Coronavirus infiziert. „Bedingt durch die zurückliegenden Feiertage sind die Zahlen zur Sieben-Tage-Inzidenz aktuell weniger aussagekräftig“, so ein Stadtsprecher. „Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen in sieben Tagen gerechnet auf 100.000 Einwohner an. Wenn also ein Tag mit wenigen Corona-Meldungen von dieser Wochenstatistik nicht mehr berücksichtigt wird, am eigentlichen Meldetag aber viele neue Infektionen registriert werden, steigt die Inzidenz deutlich.“ Aktuell erhöht sie sich für Krefeld wieder: von 125 am Mittwoch auf 135 am Donnerstag.

In den Kliniken vor Ort werden aktuell 49 Personen aus Krefeld nach einer Corona-Infektion behandelt. Auf der Intensivstation liegen 13 Patienten, acht von ihnen werden beatmet. In freiwillige oder angeordnete Quarantäne haben sich bisher 16.930 Personen begeben. Bisher wurden 39.428 Erstabstriche vorgenommen, 805 davon sind offen.

In den städtischen Kitas, die weiter eine Notbetreuung anbieten, gibt es einen neuen Coronafall. Betroffen ist die Einrichtung An de Dreew in Krefeld-Hüls. Eine Erzieherin hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das Personal geht nun in die sogenannte häusliche Absonderung. Die Kita bleibt deshalb vorerst geschlossen. Der Kommunale Ordnungsdienst hat bei Kontrollen in den hochfrequentierten Fußgängerbereichen, in denen eine Alltagsmaske verpflichtend vorgegeben ist, insgesamt fünf Verstöße gegen die Maskenpflicht mit einem Bußgeld von jeweils 50 Euro belegt. Auf dem Theaterplatz wurden gegen drei Personen Bußgelder verhängt, weil sie die Kontaktbeschränkung missachteten, dass nur jeweils zwei Haushalte sich gemeinsam treffen dürfen. Jeweils 250 Euro sind zu zahlen. Zusätzlich wurden Platzverweise ausgesprochen.

Parallel verstärkt sich in Krefeld vor allem unter älteren Bürgern die Corona-Angst, da die von der Stadt versprochenen Informationen rund um den Starttermin des Impfzentrums auf dem Sprödentalplatz ausbleiben. „Vollmundig verspricht Oberbürgermeister Frank Meyer im Dezember, er würde alle +80-Jährigen persönlich anschreiben“, so ein Senior aus Verberg und ergänzt: „Eine tolle Idee, aber bisher ist nichts davon zu sehen. Geht man auf das städtische Online-Portal: keine Spur von Info zum Impfthema. Beim Suchfeld steht lediglich, ,ihre Suche nach Impftermin ergab keine Ergebnisse’. Was soll man da noch sagen?“

Auch die Politik meldet Klärungsbedarf an: Ratsherr Andreas Drabben hat einen Fragenkatalog an Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen geschickt. Darin bittet der Gruppenvorsitzende UWG / WUZ um Darstellung der aktuellen Impfsituation, insbesondere um Mitteilung, seit wann wie viele Impfdosen Krefeld erreicht haben und wer und in welchem Umfang geimpft wurde. Auch hat er Infos angefordert, ob – wie angekündigt – die über 80-Jährigen bereits von der Stadtverwaltung angeschrieben wurden. „Gerade in der jetzigen Pandemiephase gilt es, Verzögerungen und Komplikationen rechtzeitig zu erkennen und gegenzusteuern, damit ein reibungsloser Impfvorgang garantiert werden kann“, so Drabben.