Krefeld: Gesucht: Auszubildende

Krefeld: Gesucht: Auszubildende

Krefelds Firmen kämpfen gegen den Fachkräftemangel. Am letzten Tag vor den Sommerferien wollen sie sich Schulabgängern bei einem "Check in"-Tag als attraktive Arbeitgeber fürs kommende Jahr präsentieren.

Die wirtschaftliche Lage erholt sich, die Schülerzahlen sinken – da bekommen die Firmen ein Problem: Fachkräfte werden zur Mangelware. Viele Großkonzerne haben bereits Stabsstellen für die Akquise von Nachwuchskräften geschaffen, um ihre Lehrstellen gut zu besetzen und den Hochschulnachwuchs an sich zu binden. Ein Aufwand, den in Krefeld nicht jedes Unternehmen betreiben kann.

Deshalb organisieren IHK, Stadt, Arbeitsagentur, Unternehmerschaft, Hochschule, Kreishandwerkerschaft und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft in diesem Jahr einen Aktionstag, in dessen Rahmen Schüler am letzten Tag vor den Sommerferien die Unternehmen von innen kennen lernen können. "Check in Berufswelt" heißt die Aktion, die es im vergangenen Jahr – bei deutlich kleinerem Umfang – zum ersten Mal gab.

Ziel: Beteiligung von 50 Firmen

"Mit der Veranstaltung können wir jungen Menschen eine Chance bieten. Bei den sinkenden Schülerzahlen wird es für die Unternehmen schwer, geeigneten Nachwuchs zu generieren", erklärt Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. "Ich hoffe, dass wir es schaffen, diesmal 50 Unternehmen und 4000 interessierte Jugendliche zu finden. Bei der Veranstaltung ist Sehen, Hören und Anfassen möglich." Im vergangenen Jahr hatten sich rund 20 Firmen beteiligt, 2000 Jugendliche informierten sich. "Aus der Aktion haben sich auch Ausbildungsverträge ergeben", berichtet IHK-Geschäftsführer Frank Lorenz. Im Schnitt hätte jeder Schüler drei bis vier Unternehmen besucht. "Die Aktion lief gut, wir haben aber zusätzlich Optimierungsmöglichkeiten gesehen", erläuterte Oberbürgermeister Gregor Kathstede. Diesmal beteiligt sich zusätzlich der Kreis Viersen. Und der Aktionstag wurde vom Samstag auf einen Freitag verlegt (16 bis 21 Uhr). Für die Schüler gibt es zwei Wochen zuvor eine Infobroschüre, in der sie Fakten zu Ausbildungsberufen und Firmen der Region finden.

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Mehr als Hochglanzbroschüren

"Wir wollen aber nicht nur Hochglanzbroschüren verteilen, sondern Arbeitsplätze zeigen und den jungen Menschen klarmachen, was sie mitbringen müssen", berichtet Hartmut Schmitz von der Unternehmerschaft Niederrhein. "In Krefeld gibt es viele Nischenberufe. Sie brauchen eine Plattform, um sich zu präsentieren." Peter Ewert, Chef der Arbeitsagentur, mahnte die Jugendlichen, mit Bewerbungen nicht zu lange zu warten. "Die Krefelder und Viersener lassen sich viel Zeit. Das ist tödlich für eine erfolgreiche Bewerbung. Wer erst im Sommer startet, kommt leider oft zu spät." Ihn beunruhigt, dass laut einer Erhebung der Arbeitsagentur höchstens jeder zweite Schüler mit seinen Eltern über den Ausbildungsberuf spricht.

Hans-Hennig von Grünberg, Präsident der Hochschule Niederrhein, weist darauf hin, dass es neben der Entscheidung zu Ausbildung oder Studium auch die Möglichkeit einer Kombination gibt. "Ob Chemie, Elektrotechnik oder Textilbranche – in sieben Studiengängen bekommen unsere Studenten Ausbildung und Bachelor."

Check in Berufswelt Freitag, 9. Juli, 16 bis 21 Uhr.

(RP)