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Krefeld: Geschlossene Christuskirche: Katholiken gewähren Herberge

Krefeld : Geschlossene Christuskirche: Katholiken gewähren Herberge

Wegen eines baulichen Schadens wurde die Kirche der evangelischen Gemeinde in Bockum geschlossen. Für ihre Christvesper am Heiligen Abend stellt die Herz-Jesu-Gemeinde ihre Kirche zur Verfügung.

Es erinnert im ersten Moment an die Suche nach einer Herberge aus der Weihnachtsgeschichte: Nachdem die evangelische Christuskirche in Bockum wegen eines Bauschadens am Freitag kurzfristig geschlossen wurde, musste sich die Gemeinde auf die Suche nach Ersatzraum begeben. Doch im Gegensatz zu der Heiligen Familie wurde die evangelische Gemeinde in Bockum rasch fündig: In geschwisterlicher Hilfsbereitschaft stellt die benachbarte katholische Herz-Jesu-Gemeinde ihre Kirche als würdigen Raum für die evangelische Christvesper am Heiligen Abend zur Verfügung, die dort am Samstag, 24. Dezember, um 16.15 Uhr beginnt.

Wie berichtet, musste die Christuskirche an der Ecke Schönwasser- und Germaniastraße wegen eines Schadens an der Decke im Hauptraum bis auf Weiteres geschlossen werden. Ein Teilnehmer einer Trauerfeier hatte am Montag vergangener Woche bemerkt, dass an der Decke in zehn Meter Höhe etwas nicht stimmte. Am Mittwoch sahen sich Handwerker den Schaden an und empfahlen, einen Statiker zu befragen. Der riet am Donnerstag, den Hauptraum zu schließen. Übers Wochenende hat nun das Presbyteriums beschlossen, aus Sicherheitsgründen zusätzlich auch die Taufkapelle zu schließen.

 Blick zur Decke im Innern der Christuskirche: Irgendwo dort fiel einem Besucher etwas auf, das ihn veranlasste, Alarm zu schlagen. Aktuell darf die Kirche nicht betreten werden; das Foto entstand im Juni dieses Jahres, als wir über den 50. Geburtstag der Kirche berichteten. Die Kirche hat ein Flachdach.
Blick zur Decke im Innern der Christuskirche: Irgendwo dort fiel einem Besucher etwas auf, das ihn veranlasste, Alarm zu schlagen. Aktuell darf die Kirche nicht betreten werden; das Foto entstand im Juni dieses Jahres, als wir über den 50. Geburtstag der Kirche berichteten. Die Kirche hat ein Flachdach. Foto: Lammertz
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Während die evangelische Vesper also am Heiligen Abend in der Herz-Jesu-Kirche an der Friedrich-Ebert-Straße stattfinden wird, feiert die evangelische Gemeinde ihre Christmette am selben Tag um 23 Uhr in ihrem Gemeindehaus an der Schönwasserstraße. Dort finden auch die Gottesdienste am 2. Weihnachtstag, 26. Dezember, um 9.45 Uhr und am Silvestertag, Samstag, 31. Dezember, um 18.15 Uhr statt. Die weiteren Gottesdienste werden zu den üblichen Zeiten entweder im Gemeindehaus oder im Konfirmandenraum gefeiert.

Die Gemeinde hatte im Juni dieses Jahres das 50-jährige Bestehen der Christuskirche gefeiert. Das Gotteshaus war von 1964 bis 1966 nach einem Wettbewerb nach den Plänen der Architekten Ernst Fohrer und Hans H. Schneiders errichtet worden. Die Fläche des flach gedeckten, knapp zehn Meter hohen Kubus beträgt etwa 20 x 20 Meter. Westlich angebaut ist die Taufkapelle.

Markantestes Element des Ensembles, zu dem auch der erwähnte Konfirmandenraum, eine kleine Bibliothek und ein Gemeinschaftsraum gehören, ist der fast 40 Meter hohe Glockenturm. Er ist als Portal konzipiert und durch ein Dach, das wie eine Brücke wirkt, mit dem Hauptraum verbunden. "Frei tragend leitet dieses Band über den Vorplatz zur Kirche über, durchstößt das Portal, wird über den Windfang hinweg geführt und dient innen als Chor-, Orgel- und Orchesterempore", beschreibt Hans-Peter Schwanke in seinem von der Stadt Krefeld 1996 herausgegebenen Architekturführer.

Mitte Januar werden nach Auskunft von Pfarrer Martin Diederichs nun Experten erwartet, die den Schaden an der Decke genauer begutachten und feststellen sollen, was weiter zu geschehen hat.

(RP)