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Krefeld: Gerichtsmedizin: Es waren keine K.o.-Tropfen im Spiel

Krefeld : Gerichtsmedizin: Es waren keine K.o.-Tropfen im Spiel

Jetzt ist es amtlich: Weder im Blut noch im Urin der 22-Jährigen, die im Januar in lebensbedrohlichem Zustand auf die Intensivstation eines Krankenhauses eingeliefert wurde, konnte die Einnahme von K.-o.-Tropfen nachgewiesen werden.

Polizeisprecher Wolfgang Weidner informierte am Donnerstag über das Ergebnis der Untersuchungen in der Gerichtsmedizin Düsseldorf. Beim damaligen Klinikaufenthalt seien der 22-Jährigen zeitnah zur angeblichen Einnahme der gefährlichen Tropfen sowohl Blut als auch Urin abgenommen worden. Dieser Hinweis auf eine unmittelbare Kontrolle sei deshalb wichtig, weil die Substanzen sich schon wenige Stunden nach der Einnahme verflüchtigen und nicht mehr feststellbar seien.

Die betroffene jungen Frau sei über das Ergebnis der Gerichtsmediziner sofort informiert worden. Sie habe keine strafrechtlichen Konsequenzen zu befürchten. In ihrem im Internet öffentlich geäußerten Verdacht, ihr sei in der Diskothek Königsburg etwas ins Getränk geschmuggelt worden, sei kein Vortäuschen einer Straftat zu entdecken, erklärte Weidner. "Sie hat niemand konkret beschuldigt."

Marco Schurf, Geschäftsführer der Königsburg, hatte sich sofort sehr kooperativ gezeigt und der Polizei Videoaufnahmen zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig hatte er in unserer Zeitung darauf hingewiesen, dass in der Vergangenheit in Krefeld noch kein Fall von unwissentlicher Einnahme von K.-o.-Tropfen bewiesen gewesen sei. Schurf hat mit seiner Skepsis Recht behalten. Das vermeintliche Opfer, so Weidner, sei "schlichtweg stark betrunken" gewesen.

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Dessen ungeachtet rät der Polizeisprecher zur Vorsicht: Getränke sollten in Lokalen nicht unbeaufsichtigt stehengelassen werden. Ferner empfiehlt er argwöhnisch zu sein, wenn Fremde einem ein Getränk anbieten, dessen Herkunft unbekannt sei.

(RP/ac/jco)