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Gelleps Laternen tragen nun Goldhelm

Römer in Krefeld : Gelleps Laternen tragen nun Goldhelm

Der Gelleper Bürgerverein ist entschlossen, die reiche römische und mittelalterliche Geschichte des Ortes sichtbar zu machen. Erste Aktion: Die Laternen wurden mit Goldhelm-Imitaten versehen.

Römische Soldaten, schwere Rüstungen und ein großer Kampf: Die Geschichte des heutigen Gellep reicht bis in die Römerzeit zurück. Die Römer nannten den Ort Gelduba und bauten dort ein Kastell für ihre Soldaten. Bei einer großen Grabung wurden unlängst Münzen, Waffen, mehrere Skelette, Schmuck und Helme gefunden. Die Relikte sind im Museum Burg Linn zu sehen. Auf den Straßen des Stadtteils allerdings gab es bis vor einiger Zeit keine Hinweise auf die historische Bedeutung des Ortes. Jetzt macht es sich der Bürgerverein Gellep-Stratum zur Aufgabe, die Stadtgeschichte sichtbar zu machen.

Eine Sektedition erinnert an den berühmten Goldhelm aus dem Grab des fränkischen Fürsten Arpvar, das um 500 n.Chr. entstand. Foto: Taibe Akdeniz

Am Samstag feierte der Verein sein jüngstes Projekt „ Aktion Goldhelm“. Eine Nachbildung des bekannten Helms des Frankenfürsten Arpvar aus dem 6. Jahrhundert ziert nun insgesamt neun Laternenmasten auf der westlichen Seite die Düsseldorfer Straße. Über eine Strecke von knapp zwei Kilometern sollen so Besucher wie auch Anwohner an die Römer- und Frankenzeit erinnert werden. „Wir möchten mit unserem Tun und Handeln den Menschen in Gellep-Stratum das Gefühl geben, dass nicht die Probleme des Hafens und der damit verbundenen Verkehre sowie Emissions- und Immissionsbelastungen den Alltag beherrschen. Wir möchten, dass die Gellep-Stratumer stolz auf ihr historisches Erbe sind und durch unsere Aktionen immer wieder daran erinnert werden“, erklärt der Vorsitzende des Bürgervereins, Gregor Roosen.

Unter blauem Himmel versammelten sich Vertreter der verschiedenen Stratumer Vereine, um die Aktion Goldhelm zu feiern. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Besuch der Legionäre aus Lank, eine Kompanie der St. Sebastianus Schützenbruderschaft. Mit ihren Rüstungen verliehen sie der Veranstaltung die passende römische  Stimmung. Die pro Mann 14 Kilogramm schwere Rüstung der Römertruppe sind zum Teil Nachbauten der Gräberfunde. Um die Zenturie authentisch darzustellen, wurden für zwei der Helme die historischen Vorlagen genutzt, die im Museum Burg Linn untergebracht sind. Die Legionäre feierten außerdem ihr 10-jähriges Jubiläum bei diesem Anlass.

Der Bürgerverein bemühte sich auch in den vergangenen Jahren, Hinweise auf die geschichtliche Vergangenheit Gellep-Stratums im Dorf zu platzieren. 2013 wurde bereits die Skulptur „Legionär und Frankenfrau“ eingeweiht, die von der ortsansässigen Künstlerin Annedore Schiffer zu Juliusburg entworfen und gefertigt wurde. „Seitdem gibt sie jedem, der in unser Dorf kommt, einen ersten Hinweis auf das ehemalige Römerlager Gelduba und die fränkische Besiedlung im 3. und 4. Jahrhundert“, erzählt Roosen.

Weitere Projekte in der Reihe waren der eigens entworfene Sekt „Fürst von Gelduba“ und die mit Motiven aus der Römerzeit gestalteten Stromkästen, die seit diesem Jahr entlang der Düsseldorfer Straße zu betrachten sind. „Mit den Goldhelmen konnten wir heute einen weiteren Hinweis verankern“, sagt Roosen stolz.

Eine besondere Überraschung für den Bürgerverein war die Spende der Kosten für die neun Goldhelme. Hermann Claßen, Geschäftsführer der Werkzeug- und Vorrichtungsbau Firma SCS GmbH übernahm für das Projekt die technische Umsetzung sowie die Herstellung der Helme. Auf der Feier verkündete er die komplette Kostenübernahme. „Aktionen wie der Goldhelm stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl. Ich bin auch ein richtiger Gelleper und freue mich dazu beitragen zu können“, sagte er.

Angestoßen wurde darauf selbstverständlich mit dem eigenen Sekt. „Die Spende der Goldhelme war für uns das heutige Highlight. Fast schon ein frühes Weihnachtsgeschenk“, freut sich Roosen. Der Bürgerverein habe auch für die Zukunft bereits weitere Projektideen um die geschichtsreiche Vergangenheit Gellep-Stratums für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen und daran zu erinnern.