Krefeld: Geköpfter Schafsbock: Es gibt eine erste Spur

Krefeld : Geköpfter Schafsbock: Es gibt eine erste Spur

Roland Kurth, Mitarbeiter des Kinderbauernhofs Mallewupp, könnte der Polizei bald entscheidende Hinweise im Fall des geköpften Schafsbocks Piet liefern.

Das Zwergschaf der Rasse "Ouessant" war am Donnerstag oder Freitag geköpft worden — Blutspuren waren nicht zu sehen. Wie Silvia Schiratti, Leiterin des Kinderbauernhofs, am Dienstag mitteilte, hatte ihr Mitarbeiter Kurth exakt eine Woche vor der Bluttat einen Mann aus einem unbewohnten Haus, Ottostraße 46, in direkter Nachbarschaft zum Bauernhof kommen sehen.

"Kurz darauf stellte sich heraus, dass sich im Pferdestall hinter dem unbewohnten Haus ein Vandalismusdelikt zugetragen hatte", erklärte Schiratti. Die Zeugenaussage des Mitarbeiters bei der Polizei steht noch aus. Der fünf Jahre alte Schafsbock mit dem imposanten Gehörn war möglicherweise in einer Vollmondnacht getötet worden. Die grausige Tötung des Schafs muss zwischen Donnerstag, 16 Uhr, und Freitag, 8 Uhr, geschehen sein.

Ob es Zusammenhänge zum Vandalismus gibt, will der Ermittler jetzt prüfen. Auch die Veterinäruntersuchungsanstalt ist eingeschaltet — es wird überprüft, ob der Bock vor der Tat betäubt worden ist. Am Montag war der Ermittler der Kriminalpolizei vor Ort, befragte auch Nachbarn in der direkt angrenzenden Kleingartensiedlung Uhlenhorst.

War es eine Tat von Satanisten, oder hatte es jemand auf das Geweih des Bockes abgesehen? Die Polizei steht noch vor einem Rätsel: "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte Polizeisprecher Wolfgang Weidner.

Der Betrieb des Kinderbauernhofs mit dem 3000 Quadratmeter großen Gelände soll jetzt weiterlaufen, wie Silvia Schiratti betont. Auch die geplante Schafschur am Sonntag wird stattfinden — mit den zwei weiblichen Schafen und "Gastschafen". "Wir wollen unsere wertvolle pädagogische Arbeit auf keinen Fall einstellen. Wir haben uns in der Zwischenzeit kompetente Beratung von Polizei, Kinderschutzbund und Jugendhilfe geholt."

Der heikelste Teil der Nachbereitung sei, wie man den Kindern vermittele, dass das Tier geköpft worden ist. Der Verein denkt jetzt darüber nach, welche Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen sind, ob es einen neuen Schafbock geben wird, ob Zäune und andere Sicherheitsmaßnahmen wie Alarmanlage oder Videoüberwachung sinnvoll sind. Eine Einrichtung von Videoüberwachung sei bereits vorher diskutiert worden, erklärte Schiratti.

(RP/ac/top)
Mehr von RP ONLINE