1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Geisterfahrer: Gericht entscheidet jetzt über die Schuldfähigkeit

Prozess in Krefeld : Geisterfahrer - Gericht entscheidet jetzt über die Schuldfähigkeit

Ein Mann wollte sich mit einem Unfall im Auto umbrigen und hat das Leben anderer gefährdet. Nun steht er in Krefeld vor Gericht.

Vor etwa zweieinhalb Jahren soll ein junger Mann versucht haben, sich das Leben zu nehmen und dabei auch andere Personen in Lebensgefahr gebracht haben. Seit Dezember läuft ein Verfahren vor dem Krefelder Schwurgerericht. Die Kammer muss entscheiden, ob der Mann zur Tatzeit schuldfähig war oder nicht. Wenn der Mann für schuldfähig befunden wird, dann könnte er wegen versuchten Mordes verurteilt werden. Andernfalls droht dem Angeklagten eine dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Der heute 26-Jährige soll vor und nach seiner Irrfahrt mit einem Schrottauto gesagt haben, dass er sich das Leben nehmen wolle. Auf der Hückelsmaystraße soll er in den Gegenverkehr gerast sein, um Unfälle zu provozieren. Dabei hätte eine unbestimmte Anzahl von Personen getötet werden könnnen, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor.

Eine Autofahrerin hatte berichtet, dass sie den Zusammenstoß mit dem schwarzen Audi, der ihr auf der falschen Fahrbahnseite entgegenkam, nur durch schnelles Handeln verhindern konnte. Sie hatte erst das Tempo gedrosselt, dann eine Vollbremsung gemacht und war auf den Grünstreifen ausgewichen. Auch ein weiterer Fahrer konnte einen Unfall im letzten Moment verhindern.

Die Zeugen hatten auch angegeben, dass schwarzer Qualm aus dem Auto stieg, es keine Kennzeichen und keine Scheiben gab. Gestern sagte ein weiterer Zeuge aus. Er sei an dem Nachmittag mit seinem Pkw in Richtung St. Tönis gefahren, gab der 22-Jährige an. Sein Beifahrer habe gesagt, dass ein Mann auf der Motorhaube eines fahrenden Pkw sitzt. Das habe er zunächst nicht gesehen, dann aber sei der Pkw umgedreht. Der Mann habe kurz darauf schon nicht mehr auf der Motorhaube sondern am Straßenrand gesessen. Der Zeuge stieg aus und unterhielt sich mit dem Beschuldigten. Der 26-Jährige habe relativ gedämpft und in sich gekehrt auf ihn gewirkt. Er habe gesagt, dass er sich das Leben nehmen und sein Auto gegen einen Baum fahren wollte. Wie er auf die Motorhaube des anden Wagens kam, habe er nicht berichtet.

Jetzt sagte lediglich ein Zeuge aus. Der Hauptbelastungszeuge und der Sachverständige konnten bisher noch nicht gehört werden. Die Verhandlung wird am Freitag,  17. Januar, fortgesetzt. Dann soll auch das Urteil fallen.