Gefährliche Fundsache in Krefeld – es war Arsen

Toxikologische Untersuchung: Gefährlicher Fund - Ermittler bestätigen Arsen in Krefeld

In dem Rucksack, mit dem ein Krefelder am Dienstag durch die Stadt spazierte, war Arsen. Das teilte die Polizei nun mit. Die Einsatzkräfte an der Feuerwache staunen immer noch über den 29-Jährigen, der die Flasche mitbrachte.

Ein 29 Jahre alter Krefelder war am Dienstag mit einem Behältnis voll mit Natriumarsenat in seinem Rucksack durch die Stadt spaziert, um seinen gefährlichen Fund bei der Feuerwehr an der Neuen Ritterstraße abzugeben. Dort leuchteten aufgrund der Deklarierung des Flascheninhalts sofort alle Alarmglocken. Die kristalline Substanz ist hochgiftig.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und gab nach einer toxikologischen Untersuchung bekannt, dass es sich bei dem Inhalt tatsächlich um das in Kombination mit Wasser hochgiftige Arsen handelt. Der Wirkstoff werde unter anderem zur Schimmelpilzbekämpfung und Schädlingsbekämpfung eingesetzt und sei nur im Fachhandel erhältlich, erklärte ein Sprecher.

Der Krefelder hatte das Gift eigenen Angaben zufolge zwischen Sperrmüll auf der Luisenstraße gefunden, es mit nach Hause an die Neusser Straße genommen. Zwei Wochen später habe er es der Feuerwehr übergeben. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Die Einsatzkräfte an der Feuerwache staunen immer noch über den 29-Jährigen, weil er statt Einsatzkräfte zu rufen, die Flasche in drei handelsübliche Kunststoffeinkaufstaschen gepackt hatte und damit zur Wache marschiert war. Die Feuerwehr hatte den Stoff in der Flasche zunächst zur fachgerechten Lagerung an Spezialisten weitergegeben. Eine sichere Identifikation des Pulvers, die Konzentration, das Alter und die genaue Menge standen zu dem Zeitpunkt noch nicht fest.

Untersuchungen in der Wohnung nach Spuren des Gifts blieben erfolglos. Auch der Mann selbst hatte Glück und war nicht mit dem Inhalt der Flasche in Kontakt gekommen. Das hätten Analysen eines Labors in Köln und medizinische Untersuchungen im Krankenhaus ergeben. Natriumarsenat sei sehr giftig und stark wassergefährdend, informierte die Polizei. Eine Gefahr für Dritte habe nicht bestanden.

Der unerlaubte Umgang mit gefährlichem Abfall könne nach Paragraf 326 Strafgesetzbuch mit einer Gefängnisstrafe bis zu fünf Jahren bestraft werden, sagte eine Sprecherin der Polizei.

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