Gedenken in Krefeld: Kerzen für die Anschlagsopfer von Halle

Krefeld : Kerzen für die Anschlagsopfer von Halle

Anlässlich der Gedenkfeier für die Reichspogromnacht am 9. November 1938 erinnerten Redner an den Anschlag von Halle. Wegen des Sabbats wurde bereits am Freitag, 8. November, an den Auftakt des Holocaust in Deutschland erinnert.

(vo) Bei der Gedenkfeier für die Reichspogromnacht am 9. November 1938, bei der in Krefeld wie in ganz Deutschland Synagogen niedergebrannt worden waren, hat Oberbürgermeister Frank Meyer appelliert, nicht nur eine schweigende Mehrheit gegen Judenhass zu sein: „Wir müssen eine sprechende Mehrheit sein“, sagte er vor knapp 200 Teilnehmern am Mahnmal für die Krefelder Synagoge an der Petersstraße.

Michael Gilad, Vorsitzender der Krefelder jüdischen Gemeinde, erinnerte wie Meyer an den Anschlag von Halle, der der jüdischen Gemeinde dort galt und bei dem zwei nicht-jüdische Passanten erschossen worden waren. Gilad entzündete zum Gedenken an die Opfer zwei Kerzen und sagte, Judenhass treffe nicht nur Juden, sondern alle: „Unsere Gesellschaft, unsere Demokratie, unsere Werte.“

Meyer, der eine Kippa trug und mehrfach von Applaus unterbrochen wurde, sagte, angesichts der Ereignisse von Halle („das Schlimmste, was unserem Land passieren konnte“) und der Ergebnisse der Thüringer Landtagswahl könne man nicht nur den Blick zurück lenken. Er zeigte sich fassungslos darüber, dass in Thüringen mit dem AfD-Politiker Björn Höcke (den Meyer nicht namentlich nannte) ein Mann einen Wahlerfolg feiern konnte, den man Faschist nenne dürfe und der seine Partei noch weiter radikalisiert habe. Zugleich zeigte Meyer sich froh und dankbar, dass sich in Krefeld nach dem Anschlag von Halle ein breites Bündnis aus Kirchen und der jüdischen Gemeinde gegen Antisemitismus zusammengefunden habe.

Auch Gilad dankte für die vielen Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls und schloss seine Ansprache mit den Worten „Danke und Shalom“.

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