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Krefeld: Ganz Krefeld bekommt schnelles Internet

Krefeld : Ganz Krefeld bekommt schnelles Internet

Die Telekom investiert rund 15 Millionen Euro in ein Glasfasernetz. Dazu werden 80 Kilometer Kupferleitungen ausgetauscht. Vom schnellen Netz in Krefeld profitieren nicht nur Telekom-Kunden, sondern auch andere Anbieter.

Etwa in einem Jahr ist das komplette Krefelder Stadtgebiet mit einem modernen Glasfasernetz ausgestattet. Die Telekom investiert rund 15 Millionen Euro, um zusätzlichen 58 000 Haushalten schnelles Internet anbieten zu können. Gestern erfolgte in der Nähe des Rathauses an der Carl-Wilhelm-Straße der offizielle Startschuss für das Ausbauprogramm. Die Innenstadt ist bereits vor fünf Jahren von Kupfer- auf Glasfaserleitungen umgerüstet worden.

Jetzt kommen alle Stadtteile an die Reihe, die noch Nachholbedarf haben. Dazu verlegen die Fachfirmen rund 80.000 Meter neue Leitungen. Zehn Kilometer davon werden in offener Bauweise durch Tiefbaufirmen erledigt. Für die übrigen 70 Kilometer liegen die Leerrohre bereits im Erdreich, ist der Aufwand nicht ganz so groß.

Hinzu kommen strategisch verteilt rund 200 Schaltschränke — so genannte Netzverteiler. Diese Multifunktionsgehäuse beherbergen bis zu 800 Internetanschlüsse. An diesen Schaltstellen wird das Signal aus dem Glasfasernetz auf eine Kupferleitung übergeben, die die letzten Meter zum Kunden führt. Bis zu einem Abstand vor etwa 500 Metern erhält der Kunde garantiert die optimale Internetgeschwindigkeit.

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Die verdoppelt sich bei den Downloads und vervierfacht sich bei den Uploads. "Die Menschen nutzen das Internet heute aktiv. Sie teilen ihre Texte, Fotos und Videos übers Internet", sagte Frank Neiling, Beauftragter für den Breitbandausbau bei der Deutschen Telekom. Für das Herunterladen von Daten sind Größen von 100 Megabit pro Sekunde, und bei Uploads von 40 Megabit pro Sekunde möglich.

Davon profitieren nicht nur Private in ihrem Freizeitverhalten, sondern vor allem auch Freiberufler, Gewerbetreibende und Unternehmen. "Eine schneller Internetanschluss gehört heute zu den wichtigsten Forderungen, die von jungen Familien und vor allem von mittelständischen Unternehmen an die Politik gestellt werden", sagte Oberbürgermeister Gregor Kathstede.

Im November sollen erste Anschlüsse ans Netz gehen

Die Telekom will die Arbeiten in zwei Schritten zügig vorantreiben. 40 Netzverteiler seien bereits aufgestellt, informierte Herbert Czubak, Leiter der Planung Technische Infrastruktur für den Ausbau in Krefeld. Noch in diesem Jahr im November oder Dezember sollen die ersten Stadtteile ans neue Netz gehen.

Das werden dann Linn, Uerdingen, Verberg, Traar, Forstwald, Benrad, Dießem und Lehmheide sein. Der Rest (Hüls, Inrath, St. Tönis — gehört zum Ortsnetz Krefeld — folgt im März oder April 2015). Alle anderen Stadtteile wurden bereits 2008/2009 ausgebaut.

Die Umstellung erfolgt übrigens nicht automatisch. Der Kunde muss sich bei seinem Telefonanbieter melden. "Von selbst passiert nichts", erklärt Neiling. In den Häusern und Wohnungen selbst muss nichts geändert werden. Es erfolge lediglich ein Umschalten in den besagten Multifunktionskästen.

Die Stadt beteiligt sich am Ausbau des Glasfasernetzes finanziell nicht. Sie zahlt — anders als beim Ausbau der Infrastruktur im Gewerbegebiet Fichtenhain — keinen Investitionszuschuss. In der nächsten Woche hat Neiling einen Termin mit Vertretern der Hafen Gesellschaft und der Krefelder Wirtschaftsförderung, um sich über deren Bedürfnisse genau zu informieren.

Gestern stand jedoch der Startschuss für den letzten Schritt zum Komplettumbau des Telekomnetzes in Krefeld mit Glasfaser im Mittelpunkt.

(RP)