1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Für ihn ist es ein Traumberuf Markus Deininger ist Bestatter in Krefeld

Traumberuf Bestatter in Krefeld : Hilfe und Beistand auf dem letzten Weg

Markus Deininger leitet das Haus der Begegnung. Als Bestatter, sagt er, braucht man vor allem Empathie. „Manchmal nehmen Wir ,nehmen’ den Menschen etwas - manchmal die Liebe ihres Lebens.“

Wer von einem Angehörigen oder Freund Abschied nehmen muss, ist dankbar, wenn die Feier mit Würde und Respekt für den Verstorbenen begleitet wird. Die  Aufgabe, in den schweren Momenten Beistand zu leisten, haben die Bestatter. Feingefühl gehört zu ihren wichtigsten Qualifikationen.

Zum 1. Januar 2021 hat Markus Deininger, 31, das Bestattungshaus Rueben von seinem Vater Arne Deininger  übernommen. Seine Eltern arbeiten noch mit im Betrieb, sie sind jedoch froh, dass  ihnen  durch die Übergabe ihres Geschäftes an ihren Sohn  nun mehr Zeit für ihre kleine Enkelin bleibt.

Markus Deininger hatte sich zunächst nach dem Master-Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums die Frage gestellt, welchen beruflichen Weg er einschlagen solle. Die Entscheidung fiel ziemlich schnell auf den elterlichen Betrieb. Durch sein Studium erhielt er nach einer auf ein Jahr verkürzten Ausbildung zum „geprüften Bestatter“ nach einem Jahr Meisterschule 2019 auch den Meisterbrief.

Deininger hatte schon in sehr jungen Jahren die ersten Begegnungen mit dem Thema Tod und Sterben, als  er sich bereits als Kindergartenkind im Ausstellungsraum aufgehalten  hat. „Das war für mich ganz normal, ich hatte keine Berührungsängste. Meine Eltern waren immer in der Nähe, und als ich älter war, habe ich auch schon mal geholfen, habe kleinere Arbeiten erledigt. Als Jugendlicher hatte ich einen Nebenjob im Betrieb der Eltern“, erinnert er sich.

  • Markus Fritsch, Einrichtungsleiter im Johanniter-Zentrum, glaubt,
    Johanniter-Zentrum und Vinzenzhaus in Kaarst : Senioreneinrichtungen schließen 2G-Regelung aus
  • Die Intensivstationen sind beispielsweise in Alabama
    Aufruf zur Impfung : Mann in USA von Dutzenden Kliniken wegen Corona-Überfüllung abgelehnt
  • In den Zimmern ist nun deutlich
    Krankenhaus in Düsseldorf : Station 2A des Marienhospitals zwei Jahre nach Brand wieder in Betrieb

Auf die Frage nach den Begabungen, die dieser Beruf voraussetzt, spricht Deininger vor allem von Empathie, die notwendig sei, um Menschen in der schwierigen Situation entgegenzutreten. Eine schnelle Auffassungsgabe sei ebenfalls von Vorteil, um auf die vielen Wünsche einzugehen, die aus einer Trauerfeier etwas ganz Persönliches  machen. Das reiche von persönlichen Gegenständen auf dem Sarg bis zu  einem Bild von einer Urlaubsinsel, die der Verstorbene oft bereist hat. „Diesen Beruf muss man gern machen, man muss immer präsent sein“, erklärt Deininger, „Und bereit zu vielfältigen Gesprächen. Wir sind in einer Rolle, in der wir den Menschen  etwas „wegnehmen“,  unter Umständen die Liebe ihres Lebens. Da kommt oft der Wunsch, wir mögen gut mit dem Verstorbenen umgehen“.

Diesem Wunsch gehe man immer nach, bedenke alle Möglichkeiten, die den Angehörigen den Abschied  leichter machen. So können sich die Angehörigen von ihren Verstorbenen verabschieden – am offenen Sarg, ein Angebot, das nicht so häufig angenommen wird. Deininger: „Ich wünsche mir, dass das mehr Menschen täten“.

Ein schwerer Aspekt der Arbeit ist die Beisetzung eines Kindes. Er erlebt, „dass bei Großeltern häufig der Gedanke sie sehr traurig macht,  dass sie  ihren Enkeln ganz viel mit auf den Weg geben wollten, mehr noch als ihren Kindern, und das ist nun plötzlich nicht mehr möglich“, sagt er. „Die Beisetzung von Kindern ist etwas, das  mir unendlich schwer fällt,  aber ich richte das Augenmerk dann ausschließlich auf die Eltern und Angehörigen, das ist dann vordergründig“ berichtet Deininger.

Und es sei für ihn eine Wertschätzung, wenn nach einer Trauerfeier und Beisetzung die Menschen zu ihm kämen und sagten, es sei eine schöne Beerdigung gewesen. „Das kommt dann fast verlegen und schüchtern, nicht wissend, ob man bei einer Beerdigung den Begriff „schön“ anwenden darf“ sagt Deininger.

Für welche Form der Trauerfeier sich die Angehörigen entscheiden, ist sehr unterschiedlich. So gibt es katholische, evangelische, aber auch freie Redner, die zunehmend von Hinterbliebenen gewünscht werden.

Markus Deininger erwidert auf die Frage nach beruflichen Aussichten  „Zu promovieren über ein wissenschaftliches Thema wäre noch eine Option. Eine Idee habe ich schon“, kündigt er augenzwinkernd an.

Arne Deininger und seine Frau Anneliese sind froh, dass ihr Betrieb  in gute Hände weitergegeben wurde und unter ihrem Namen weitergeführt wird.  Ein Verkauf des Unternehmens, das schon so lange – früher geführt von Jakob Rueben -  in Bockum ansässig ist, hätte sie traurig gemacht. So freuen sie sich, dass sie  mehr Zeit für ihre Aufgaben als Großeltern haben.