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Krefeld: Fünf Künstlerinnen, fünf Positionen

Krefeld : Fünf Künstlerinnen, fünf Positionen

Alltagspapier, Marienverehrung und Gemälde, die bewusst ins Dunkle gehängt werden: Im Südbahnhof zeigen fünf Krefelderinnen ganz unterschiedliche Kunststile. Und doch gibt es viel Verbindendes. Sonntag ist die Eröffnung.

An der Freien Akademie Rhein / Ruhr in Krefeld haben sich Birgit Röhlen, Marita Baums, Anna von Borstel, Renée Tophofen und Stefanie Hohls kennengelernt und 2011 zur Künstlerinnengruppe "bemars" (ein Anagramm aus ihren Initialen) zusammengeschlossen. "Gemeinsam und Verschieden" lautet nun der Titel ihrer Ausstellung im Südbahnhof, die am Sonntag eröffnet wird.

Alltagspapier von Verpackungen, in Einzelseiten zerlegten Büchern oder anderen Fundstücken sind das Material von Birgit Röhlen. Nutzungsspuren, die sie darauf vorfindet, meist Worte, wertet sie als Impulse für den eigenen schöpferischen Umgang mit den Blättern. Mit Deckweiß kreiert sie darauf Gouachen, überführt die mitgebrachten Signale in neue Botschaften und ordnet mehrere solcher Einzelblätter als größere grafische Gebilde an.

Die Marienverehrung in ihrer tiefenpsychologischen Ambivalenz einerseits und die erregende weibliche Körperlichkeit andererseits sind die Inspirationsquelle für Marita Baums. In meist pastelligen Ölfarben lässt sie sinnlich dichte Gemälde entstehen, in denen sich die genannten Empfindungen als pralle Blütenteppiche manifestieren. Außerdem zeigt sie Keramikfiguren vorzeitlicher Göttinnen.

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Porträts, Gesichter als Spiegel seelischer Landschaften, sind Anna von Borstels Metier. Gezeichnet mit Silberstift, Bleistift oder Kohle auf Papier oder als Holzschnitte gefertigt und mit schwarzer Acrylfarbe gedruckt, schauen sie den Betrachter mit stiller Ausdruckskraft an. In einem der Bilder mag man eine bekannte Persönlichkeit erkennen, sollte sich jedoch vor schnellen Rückschlüssen hüten.

Auch Renée Tophofen zeichnet, und zwar mit Tusche auf meist kleinformatig geschnittenem Papier. Pflanzliche Motive stehen bei ihr im Mittelpunkt. Die scheinbare Selbstverständlichkeit der Formen, die die Natur hervorbringt, wird dabei mit bewusster Aufmerksamkeit betrachtet, ihre Schönheit mit Andacht nachempfunden. Dabei zieht Tophofen ihre Linien niemals in einem Strich durch, sondern setzt sie aus vielen kleinen und zarten Strichelchen zusammen.

Mit Absicht ins Dunkle wurden die ihrerseits dunkel gehaltenen Gemälde von Stefanie Hohls gehängt. Die Künstlerin, die ihre prinzipiell durchaus farbigen Stilleben in Acryl und mit Polychromosstiften malt, benutzt das vordergründige Hindernis Lichtmangel als gezielte Stimulanz, um die Gegenstände in den gemalten Räumen einer besonders intensiven Formenklärung zu unterziehen. Gemeinsam ist den fünf Künstlerinnen bei aller Verschiedenheit die kontemplative Grundhaltung im Schaffensprozess.

Südbahnhof, Saumstraße 9, Eröffnung: Sonntag 5. März, 15 Uhr / geöffnet: 7. bis 24. März, dienstags bis freitags, 15 - 18 Uhr.

(RP)