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Krefeld: "Fühle mich schuldig an seinem Tod"

Krefeld : "Fühle mich schuldig an seinem Tod"

Es muss der Horror gewesen sein, als in der Nacht des 5. Mai 2007 zwei junge Männer in die Wohnung des Opfers eindrangen, es massiv misshandelten und "Geld oder Drogen" forderten. Noch heute kann der 27-Jährige nicht schlafen. Er hatte anfangs Angst, auf die Straße zu gehen, wie er gestern zum Prozessauftakt als Zeuge vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts schilderte. Das zweite Opfer (22) verstarb kurz nach der Tat. Wie die Obduktion ergab, war aber die Gewalteinwirkung nicht Ursache, sondern Organversagen.

Vorwurf: schwerer Raub

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten Dennis C. (20) und Björn K. (23) schweren Raub vor. Unter Tränen schilderte Dennis C., der bisher die Tat leugnete, wie sie nach übermäßigem Alkoholkonsum für ein Mädchen Drogen zum Kiffen besorgen wollten. Im Verlauf des Prozesses räumt er gegenüber dem Staatsanwalt ein: "Vielleicht war es Imponiergehabe, weil wir mit dem Mädchen schlafen wollten." C. und K. drangen in die Wohnung des Opfers ein, schlugen es mehrmals mit der Faust ins Gesicht, traten es in den Rücken und hielten eine brennende Zigarette an das untere Augenlid. Dabei soll, so der Zeuge, Dennis C. Haupttäter gewesen sein. Eine Entschuldigung von ihm wollte er nicht annehmen.

Als die beiden weder Geld noch Drogen bekamen, drangen sie in die Nebenwohnung ein, wo der später Verstorbene schlief. Auch ihn traktierten sie mit Schlägen mit der Faust und einer Bierflasche.

C. schilderte, wie er tagelang nichts essen konnte, schließlich mit seiner Mutter sprach. "Das war Mist, der Junge war in unserem Alter, ich fühle mich schuldig an seinem Tod." Der Prozess wird Montag fortgesetzt.

(RP)