Fressnapf aus Krefeld hinkt beim Online-Umsatz deutlich hinter Konkurrent Zooplus her

Tierbedarfs-Handelskette : Fressnapf hinkt beim Online-Umsatz deutlich hinter Konkurrent Zooplus her

Stillstand bedeutet Rückschritt. Torsten Toeller, Inhaber der Fressmarkt-Gruppe für Tierfutter und Tierbzubehör mit Zentrale in Krefeld weiß das nur zu gut. Lange hat er sich vor allem auf die Entwicklung seiner mehr als 1500 Fachmärkte in Europa konzentriert.

Erstmals hatte Europas Marktführer die Zwei-Milliarden-Euro-Marke im Umsatz erreicht.

Doch nun will der Firmengründer einen Fokus auf sein Online-Portal legen. Diese Fressnapf-Plattform soll eine Art neues Facebook für Tierfreunde und Tierbesitzer werden. „Die monetärem Perspektiven ergeben sich dann ganz von selbst“, sagte Toeller bei der Vorstellung des Jahresergebnisses 2018. Konkret bedeutet das, Fressnapf liefert die Kontakte unter anderem zu Tierärzten, für Tierversicherungen, für den Hundesitter, den Hundefriseur, den Trainer und viele mehr für die Liebhaber anderer Haustiere. „Dem Ganzen sind quasi keine Grenzen gesetzt“, erklärte er 29 Jahre nach der Gründung des ersten Marktes. „Unsere Mission ist es, das Zusammenleben von Mensch und Tier einfacher,, besser und glücklicher zu machen.“ 20 bis 30 Millionen wolle er nach eigenen Angaben dafür im Jahr investieren.

Toeller muss sich ein Stück weit neu erfinden. Der Online-Konkurrent Zooplus erzielt ohne eine einzige eigene Filiale bereits einen Umsatz von 1,34 Milliarden Euro. Die Aktiengesellschaft mit Sitz in München ist Betreiber einer Internet-Handelsplattform für Haustierbedarf. Neben dem Online-Shop werden auch ein Online-Informationsdienst rund um das Thema Haustier und eine Community betrieben. Größter Einzelaktionär ist die Verlagsgruppe Hubert Burda Media. Zooplus ist in rund 30 Ländern aktiv.

Die Fressnapf-Gruppe ist online lediglich in Deutschland, Luxemburg, Österreich und Dänemark vertreten. In diesem Jahr sollten Polen und ein weiteres Land hinzukommen, berichtet Unternehmenssprecher Kristian Peters-Lach auf Anfrage unserer Redaktion. Der Online-Umsatz der Fressnapf-Gruppe liege bei rund 90 Millionen Euro. Umsätze nach Ländern weise die Gruppe extern nicht aus, ergänzte der Sprecher.

Für Fressnapf bedeuten die Umsatzzahlen, dass im Online-Geschäft noch viel Luft nach oben vorhanden ist. Das Online-Umsatz-Potenzial für Tiernahrung liegt laut Brancheninsidern bei 16 Milliarden Euro. Aktuell habe die Krefelder Gruppe unter den Bezeichnungen „Fellini“ und „Activet“ zwei Ideen wieder aufgegriffen, um den Tierhaltern ein Rundum-Sorglos-Paket zu bieten. Unter „Fellini“ sind Hundesalons und unter „Activet“ Tierarztpraxen in den Märkten zu finden, die sich online als Partner von Fressnapf präsentieren.

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