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Krefeld: Fressnapf: 30-Millionen-Invest in Linn fast fertig

Krefeld : Fressnapf: 30-Millionen-Invest in Linn fast fertig

Der Umsatz von Fressnapf ist im vergangenen Jahr auf den Rekordwert 1,7 Milliarden Euro gestiegen.

Torsten Toeller, Inhaber von Europas größter Fachmarktkette für Heimtierbedarf, verkündete gestern in der Fressnapf-Firmenzentrale in Linn neue Rekordzahlen. Der Umsatz in zwölf Ländern wuchs im vergangenen Jahr auf 1,668 Milliarden Euro, die Zahl der Märkte auf 1374. Was den alleinigen Inhaber des Konzerns anbetrifft, verwies er stolz darauf, dass der "Profit stärker wächst als der Umsatz".

Im Jubiläumsjahr - ein Vierteljahrhundert nach der Eröffnung seines ersten Marktes in Erkelenz - erneuert der umtriebige Geschäftsmann sein Bekenntnis zum Standort Krefeld. Mit einer Investition von gut 30 Millionen Euro in den Bau und Betrieb seines europäischen Zentrallagers in Linn unterstreicht er seine Aussage. "In Krefeld entsteht unser einziges Vollsortimentlager, und wir haben bislang ziemlich schnell gebaut", erklärte Geschäftsführer Alfred Glander. Erst vor gut einem Jahr sei der Abriss der alten Gebäude erfolgt. Nun stehe bereits der neue Komplex und könne wahrscheinlich deutlich vor dem ursprünglich geplanten Termin erfolgen. Im Prinzip sei das Zentrallager einsatzbereit. Ab Mai solle es mit Ware bestückt werden. Im Jahr 2016 folge dann eine "automatische Kleinteilelogistik", die 2017 ihre Arbeit aufnehmen könne. "Wie von Geisterhand kommen die Waren dann mit Hilfe von 72 000 Boxen zum Kommissionierer, der die Bestellung im Anschluss fertig bearbeitet", berichtete Glander. Der ganze Prozess funktioniere mit Unternehmenssoftware von SAP. Alle Regional- und Filiallager würden mit SAP vernetzt und böten rund um die Uhr in Echtzeit einen detaillierten Überblick über die Bestände.

Bis heute seien 15 000 Kubikmeter Abbruchmaterial angefallen und wiederverwendet, 2800 Kubikmeter Beton in die Bodenplatte geflossen, 800 Meter Kanalrohre verlegt und 4800 Quadratmeter Klinker verbaut worden. "Der Klinker kostet Torsten Toeller einfach nur Geld und sieht schön aus", sagte Glander - und deutete die Investition in die Ästhetik des Baus als Wertschätzung für den Standort Krefeld.

Weniger zufriedenstellend ist die Situation im Hinblick auf den Bau eines Betriebskindergartens. In den Zwischenbericht von Fressnapf-Geschäftsführer Folkert Schultz mischt sich leise Kritik an der Stadt Krefeld. Nach mehr als zwei Jahren sei Fressnapf noch nicht richtig weitergekommen. Nachdem das Unternehmen ein Grundstück gekauft hatte, musste es erfahren, dass dort keine Betreuungseinrichtung für Kinder entstehen dürfe. Für eine Alternativfläche müsse die Stadt jetzt Baurecht schaffen und einen Bebauungsplan aufstellen. Aber das könne dauern. "Wir bleiben an dem Thema dran", versicherte Schultz.

Neben Schultz und Glander zählt auch Mike Lukies zur Geschäftsführung. Toeller selbst ist inzwischen Verwaltungsratsvorsitzender. Er hat die Rechtsform der Fressnapf-Tiernahrungs GmbH inzwischen in eine SE geändert - eine Art Aktiengesellschaft nach europäischem Recht.

(RP)