Freizeit in Krefeld: Wie Vereine Kinder für Sport begeistern

Freizeit in Krefeld : Wie Vereine Kinder für Sport begeistern

Der Fischelner SV und Olympia Fischeln gehen einen gemeinsamen Weg, um Kinder für den Sport zu begeistern.

Udo Vollborn vom Fischelner Sportverein und Ralph Tilmes von der DJK Olympia Fischeln wissen nicht mehr genau, wann es im vergangenen Jahr angefangen hat. „Wir haben uns durch Zufall mal in Fischeln getroffen und sind ins Gespräch gekommen“, sagen beiden Vorsitzenden ihrer jeweiligen Vereine wie aus einem Mund. Was aber dann spätestens im Mai 2019 in einem Gedankenaustausch intensiver verfolgt wurde, das kann durchaus auch als zurück zu den Wurzeln des Vereinssports beschrieben werden. Die beiden Vereine aus dem Krefelder Süden wollen künftig einen kooperierenden Weg in der Kleinkinder- und Jugendarbeit gemeinsam gestalten, bleiben dabei aber als selbstständige und wirtschaftliche Einheiten unabhängig von einander bestehen.

“Bei uns soll als Erstes wieder der Mensch im Mittelpunkt und nicht der Sport“, drückt es Vollborn in einfachen Worten aus. Gemeint ist damit, dass für Kinder Wege zum Sport bereitet werden sollen, um ihnen später eine sinnvolle Freizeit zu ermöglichen. Dabei gab galt es zunächst einmal eine Schnittmenge zu ermitteln, der FSV hat hauptsächlich Turnen in seinem Programm, bei Olympia ist es der Handball. Obwohl die Vereine bei den Sportarten keine gegenseitige Konkurrenz aufweisen, gab es doch eine Gemeinsamkeit, nämlich dass Kinder irgendwann mal mit dem Sport anfangen. „Wir  wollen bald eine Babyballschule für Kinder ab acht Monaten anbieten“, sagt Tilmes. „Und wir haben ein Kurssystem für Kleinkinderbewegung“, fügt Vollborn hinzu. Es stellte sich für beide Seiten dabei die Frage, ob man nicht erst schauen sollte welche Fähigkeiten die Kinder an den Tag legen. „Wir gestalten einen Teil unserer Trainingseinheiten nach dem Modell der Heidelberger Ballschule, fern ab vom handballspezifischen Training. Die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sollen sich erst einmal für den Sport allgemein begeistern. Von daher findet eine breite Ausbildung mal mit dem Tennisball, dem Badmintonball oder eben mit dem Fußball statt“, sagt Sven Röttges, der bei Olympia der Ansprechpartner für Kooperationen ist. Sein Verein steht mit den beiden Kitas „Groß und Klein“ an der Kölner Str. und am Krützboomweg in engem Kontakt. Beim FSV ist man seit Jahren Kooperationspartner des städtischen Familienzentrum an der Remscheider Straße und der Grundschule an der Südstraße. „Wir müssen uns als Vereine in die Struktur der Kitas und Grundschule mit einbringen und nicht einfach darauf warten, dass sich ein Kind bei uns anmeldet“, erläuterten die beiden Vorsitzenden die künftigen Aufgaben, die es zu bewältigen gibt. Ein gemeinschaftliches Spektrum soll diese Kooperation werden und keine Mitgliederabwerbung untereinander.

„Wenn ich bei uns sehe, dass ein Kind ein talentierter Handballer werden könnte, dann schicke ich es nach Olympia. Oder ich sehe, dass sich ein Kind mehr für Wasser begeistert, dann wird es zu einem Schwimmverein geschickt“, sprudelt es aus Vollborn heraus. Gleiches gilt auch bei Olympia bestätigt Tilmes. Zunächst einmal wurde alles, was die Organisation und die Finanzen betrifft, geprüft und ein Grundgerüst erstellt.

Spätestens nach Ostern wollen die beiden Vereine einen entsprechenden Fahrplan stehen haben und diesen mit Leben füllen. Fischeln ist groß genug für viele unterschiedliche Sportvereine, es herrscht dort eine gutes Basis, Kindern für den Sport allgemein zu begeistern. „Der Sport als solches hat sich im Laufe der Zeit geändert, wir sehen unser Modell als eines für die Zukunft an“, lautet der gemeinsame Tenor, der bei einem Empfang  endgültig besiegelt wurde.