Foto-Ausstellung im Kunst-Keller Krefeld: Camera Obscura

Ausstellung im Krefelder Kunst-Keller : Fotos von einer Welt ohne Farben

Die Fotografengruppe „Camera obscura“ stellt Schwarz-Weiß-Arbeiten im Krefelder Kunst-Keller aus.

In eine „Welt ohne Farben“ führt die jüngste Ausstellung im Krefelder Kunst-Keller. Die drei Hobby-Fotografen Rainer Deling, Ingrid Dierdorf und Walter Nork zeigen ab Samstag, 28. Juli, Aufnahmen in Schwarz-Weiß, die sie für den besonderen Raum im Stadtteil Cracau zusammengestellt haben.

Rainer Deling, Ingrid Dierdorf und Walter Nork haben sich 2011 zum Fototeam „Camera obscura“ Viersen zusammengeschlossen. „Das bezeichnet den Ursprung der Fotografie“, erklärt Ingrid Dierdorf. Sie stammt aus Niedersachsen, lebt in Grefrath-Oedt und beschäftigt sich seit etwa 15 Jahren mit Fotografie. „Ich habe mit Workshops angefangen“, sagt sie „und dann meine Kenntnisse immer weiter vertieft.“ Genau ein Drittel der ausgewählten Aufnahmen im Kunst-Keller stammen von ihr.

Alle 27 Fotos haben mehreres gemeinsam: Es sind bis auf eine Aufnahme digitale Farbfotos, die hinterher bearbeitet und in Schwarz-Weiß Fotos verwandelt wurden. Nur die durchbrochenen Adern zweier Blätter wurden direkt in Schwarz-Weiß aufgenommen. Allen gemeinsam ist auch die Rahmung im selben Hochformat, das schwarze Passepartout und die gemeinsame Auswahl der Fotos. Denn „Camera obscura“ entscheidet sich für Thema und Ausstellungsstücke in einem intensiven Prozess. „Wir haben etwa ein Jahr für die Vorbereitung benötigt“, sagt Deling.

So erklärt sich auch der thematische Bogen in der Ausstellung. Die drei Fotografen haben Porträts, Landschaften und Natur sowie Architektur in den Fokus gestellt. „Wir möchten die Besucher nicht langweilen“, erklärt Walter Nork, „daher haben wir verschiedene Motive zusammengestellt.“ Von dem gebürtigen Dürener, der jetzt in Tönisvorst lebt, ist ein Weißkopfseeadler, der den Betrachter ungerührt anschaut. „Das war gar nicht so schwierig, denn der Vogel bewegt seinen Kopf kaum.“ Daneben hängen die Porträts der Präsentation. Walter Nork zeigt hier drei auffällige Menschen. Bemerkenswert: ein Wanderer, in dessen Sonnenbrille sich Fotograf und Ehefrau spiegeln.

Die äußeren Aufnahmen dieser Porträtreihe sind von dem Uerdinger Rainer Deling. Er hat seine beiden Töchter auf besondere Weise erfasst. Die eine erinnert in der Auffassung an die Kunst von Andy Warhol, die andere ist mit ihrem Bubikopf eine Remineszenz an die schwarz-weißen 20-er Jahre. Von Rainer Deling sind auch die klaren, fast symmetrisch aufgebauten Fotos links vom Eingang in den Keller. Er hat beim Tag der Offenen Tür in Krefelds Stadtbad auf den Auslöser gedrückt, bevor die zahlreichen Besucher hineinströmten.

Rainer Delings Aufnahme des Linner Hafens ist etwas Besonderes: „Ich habe die Nachtaufnahme von der Drehbrücke aus gemacht“, sagt er. Und das ist heute nicht mehr möglich, da der relativ neu entstandene Container-Hafen ständig beleuchtet ist.

Die Architektur-Fotos von Dierdorf zeigen, dass sie mit offenen Augen auf Reisen ist. „Ich fotografiere gerne mit Weitwinkel und mag die Perspektive von unten nach oben“, sagt sie. Hier zu sehen an einem modernen Berliner Hotel. Spiralige Brücken oder Treppen, atmosphärische Metro-Stationen oder kontrastreiche Landschaften auf Island oder in den USA sind von ihr außerdem zu sehen.

Nork hat zum Thema Natur einige Blütenaufnahmen beigesteuert. Er mag seine Makro-Aufnahme einer Rose: „Das sieht aus wie Schluchten“, findet er. Es liegen auch einige Mappen mit weiteren Fotografien der Gruppe „Camera obscura“ aus. „Für uns ist die Ausstellung eine Herausforderung“, sagt Walter Nork, „und ob das Kunst ist, entscheidet der Betrachter.“

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