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Krefeld: Forstwalder Ansichtskarten jetzt als Buch

Krefeld : Forstwalder Ansichtskarten jetzt als Buch

Es war das Vermächtnis von Kunibert Schmitz: Seine akribisch zusammengetragene Ansichtskartensammlung sollte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Bürgerverein Forstwald hat sie jetzt als Buch herausgegeben.

120 Jahre Forstwalder Zeitgeschichte werden in einem Buch wieder lebendig, das der Bürgerverein Forstwald jetzt veröffentlicht hat. Ab sofort ist der 300 Seiten starke Band mit rund 250 historischen Ansichtskarten für 28 Euro in der Krefelder "Klein' sche Buchhandlung" an der Rheinstraße erhältlich. 100 Exemplare sind zunächst gedruckt worden, etliche davon sind bereits vorbestellt.

 In dem Bildband gibt es viele amüsante Motive zu entdecken. So wie diese Herren in der Badeanstalt, denen nachträglich weiße Badehosen anretuschiert wurden.
In dem Bildband gibt es viele amüsante Motive zu entdecken. So wie diese Herren in der Badeanstalt, denen nachträglich weiße Badehosen anretuschiert wurden. Foto: Jürgen Reck

Vor rund zwei Jahren hatte der Bürgerverein, wie in unserer Zeitung auf einer Sonderseite ausführlich berichtet, das historische Kleinod aus dem Nachlass von Kunibert Schmitz erhalten. Schmitz hatte 25 Jahre lang Ansichtskarten - die älteste stammt aus dem Jahr 1895 - aus dem Forstwald zusammengetragen und diese mit großer Akribie katalogisiert. Bereits zu Lebzeiten legte er fest, dass der Bürgerverein diese Sammlung einmal erben sollte, verbunden mit dem Vermächtnis, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das ist nun mit dem jetzt im Eigenverlag erschienenen Band trefflich gelungen. Jürgen Reck hat hunderte Stunden investiert, die Karten zu digitalisieren und Kunibert Schmitz' Forschungen bezüglich der Frankaturen zu übertragen. Jede der Postkarten ist in hervorragender Qualität auf DIN A4 großen Seiten mit Vorder- und Rückseite zu betrachten - eine spannende Reise durch das historische Forstwald. Zu sehen gibt es nicht nur viele Ansichten von noch vorhandenen Gebäuden wie dem Forsthaus, sondern auch längst verschwundene Bauten, zum Beispiel die Kur- und Badeanstalt.

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Amüsant, wie offenbar nackt badenden Männern für die Veröffentlichung als Postkarte weiße Badehosen anretuschiert wurden. Dieses und viele andere heitere Details, zum Beispiel Mode aus vergangenen Zeiten, lassen sich beim Durchblättern entdecken. Auch die Postkarten-Texte lassen sich studieren - Voraussetzung ist allerdings das Entziffern der Sütterlin-Schrift.

Der Bürgerverein hat nach dem Aufruf in unserer Zeitung eine Reihe von Helfern gefunden, die diese Texte in die lateinische Schrift übertragen haben, "mit Begeisterung und Eifer", wie Reck berichtet. Eine alte Dame habe ihre Texte sogar auf einer alten Schreibmaschine "ins Reine" geschrieben. Die Verwertung dieser Texte soll nun ein nächster Schritt sein, im Bildband wurden sie aus Platzgründen noch nicht verwendet.

Die Original-Postkartensammlung soll künftig im Stadtarchiv aufbewahrt werden, bleibt aber Eigentum des Bürgervereins Forstwald. Die digitalisierten Vorlagen werden dort allen Bürgern zugänglich gemacht. Auch eine Ausstellung der Originale ist geplant.

(RP)