Krefeld: Folklorefest braucht dringend Spenden

Krefeld : Folklorefest braucht dringend Spenden

Den Organisatoren fehlt Geld: Trotz Deckungslücke von 15 000 Euro soll die Veranstaltung stattfinden.

Die gute Nachricht zuerst: Das 36. Folklorefest auf dem Platz an der Alten Kirche findet wie geplant am 30. und 31. August statt. Schließlich sind die dazugehörigen Verträge längst unter Dach und Fach. "Wir wollen auch nicht die Pferde scheu machen, aber es stimmt schon", räumt Markus Kossack, Kassenwart und Pressesprecher der Initiative Folklorefest ein, "wir gehen im Moment auf dünnerem Eis als in den vergangenen Jahren."

"Das Folklorefest, wie wir es veranstalten, kostet gegenwärtig alles in allem, inklusive auch der mehr als verdoppelten Gema-Gebühren, rund 50 000 Euro", rechnet er vor. "Wenn uns das Wetter nicht im Stich lässt, werden wir etwa die Hälfte dessen wieder über den Getränkeverkauf hereinholen." Dazu muss sich das Wetter allerdings schwer bessern, und die moderaten Preiserhöhungen, die man dieses Jahres bei den Getränken vornimmt, sind auch schon mit eingerechnet. Der Verein ist auch nach wie vor zuversichtlich, 9900 Euro Unterstützung von der Stadt zu erhalten, auch wenn aus haushaltsrechtlichen Gründen bis jetzt nur 5000 zugesagt wurden. Bleibt aber bei allem Optimismus eine Finanzierungslücke von 15000 Euro.

"Es wird immer schwieriger, privates Sponsoring für kulturelle Veranstaltungen einzuwerben. Wir haben schon mal einen Versuchsballon in Facebook gestartet. Einzelne Personen oder Vereine wie die Krefelder Musikerinitiative KMI haben spontan Spenden überwiesen. Aber damit kriegen wir den Kohl nicht fett. Und eine ganze Reihe wirtschaftlich erfolgreicher Krefelder Unternehmen sponsert offensichtlich lieber sportliche als kulturelle Events."

Dabei ist das Folklorefest jedes Jahr aufs Neue die große Wiedersehens-Party nach der Sommerpause und Auftakt der kulturellen Herbst/Winter-Saison mit bis zu 12 000 Besuchern. Und das soll es auch bleiben, mit musikalischem Anspruch und dennoch bei freiem Eintritt für alle. "Das ist Teil der Definition, sonst ist es nicht mehr unser Fest", konstatiert Kossack trocken. Gesucht werden also Sponsoren. Kontakt: mkossack@arcor.de

Die Grünen erklärten gestern, dass solche Probleme nach der Verabschiedung des städtischen Etats absehbar gewesen seien. "Die Folgen wiegen umso schwerer", sagt die Fraktionsvorsitzende Stefani Mälzer, "als es hierbei um weit mehr geht als um ein kulturelles Nischenfest". Das Folklorefest sei als ausgewiesene "Bürgerveranstaltung" auch ein Ereignis von großer sozialer, integrativer und identitätsstiftender Bedeutung. In Anerkennung dessen stehe es außer Frage, dass sich die Stadt an den Kosten mit einem freiwilligen Zuschuss beteiligen solle. Die Grünen haben die Verwaltung gebeten, aufzuzeigen, wie die Probleme bei der Bezuschussung der freien Kulturszene gelöst werden können.

(RP/rl)
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