Flavia Latina – die Gelegenheitsgaleristin aus Krefeld

Bistro An Go Lo : Flavia Latina – die Gelegenheitsgaleristin

Die Entdeckungstour nimmt kein Ende: Im Alter von 19 Jahren hat Flavia Latina ihre argentinische Geburtsstadt Buenos Aires verlassen und über den Umweg Italien eine Heimat in Krefeld gefunden. Sie betreibt das Bistro An Go Lo und startet dort ihre Ausflüge in die Kultur.

Neugier ist eine ihrer hervorstechenden Eigenschaften. Neugier im Sinne von Wissbegier. Flavia Latina war stets neugierig auf Neues und scheute dabei nicht davor zurück, im Alter von 19 Jahren ihre argentinische Heimat und ihren Wohnort Buenos Aires zu verlassen und in Sizilien ihren Vater kennenzulernen. Seit 1996 lebt sie in Deutschland, zuerst in Wuppertal, dann in Düsseldorf und jetzt in Krefeld. Sie ist angekommen, ist mittlerweile alleinige Inhaberin des An-Go-Lo an der Angerhauser Straße. Sie wohnt und arbeitet dort und gestaltet das Bistro und Café Schritt für Schritt nach ihren Vorstellungen. Ihre großen Leidenschaften Tanzen, Musik, Lesen und Kunst finden dabei Beachtung.

Bis Sommer 2021 steht bereits das Programm für das An Go Lo als Ausstellungsort. Sechs Meter hohe Decken, große Glasfronten und viel Licht bieten beste Möglichkeiten unterschiedlichsten Genres der Kunst eine Plattform zu bieten. Angefangen hatte alles mit Fotografien in Schwarz-Weiß von Ballettaufführungen. Große Aufmerksamkeit bekamen Besen aus aller Herren Länder und Kontinenten. Ein weiterer Blickpunkt wird ein selbst gestrickter Riesen-Pullover mit einer Spannbreite von sechs Metern sein, den Ulla Schreiber gestrickt hat.

„Ich möchte Abwechslung. Die Magie der Kunst liebe ich sehr und mit jedem Künstler verändert sich der Laden vollständig. Das macht mich immer wieder aufs Neue glücklich, und dieses Gefühl möchte ich mit meinen Gästen teilen“, sagte die Mutter zweier Kinder und Gelegenheits-Galeristin.

Aktuell sind Mangas der 20-jährigen Eleni ausgestellt. Foto: Ja/Jochmann, Dirk (dj)

Auf der Galerie richtet sie derzeit eine Art Lese-Salon mit ihr geschenkten Büchern ein, in dem Besucher bei Kaffee schmökern oder auch über W-Lan ins Netz können. Die Wände des Treppenaufgangs zieren Fotos und Sinnsprüche. Etwa  ein Zitat des großen Philosophen und Aufklärers Immanuel Kant. „Ich kann, was ich will, weil ich muss.“ Überhaupt fasziniert Flavia Latina die deutsche Sprache. Statt ihre Bistro-Tische zu nummerieren, verlieh sie ihnen Namen: Galak-Tisch, Fantas-Tisch, Eksta-Tisch und viele mehr.  „Es gibt 3000 deutsche Wörter, die auf Tisch enden“, erzählt sie.

Besen aus aller Herren Länder und Kontinente zierten zwei Monate lang die Wände des Bistros An Go Lo. . Foto: Oliver Schaulandt

Ihre Räume bekommen ständig ein neues Gesicht. Mangas, Abstraktes, Gegenständliches, Erotisches, Fotografien, Esoterisches und anderes zieren in den kommenden Jahren die Wände. „ich schaue mir alles im Vorfeld an“, sagt die Inhaberin des An Go Lo. Ihr Antrieb sei ihre Neugier und der Wunsch, ihre Gäste mit auf diese Entdeckungsreise zu nehmen.

Zitat von Immanuel Kant. Foto: Ja/Jochmann, Dirk (dj)
Eine Lese-Lounge auf der Galerie wird bald eröffnet. Foto: Ja/Jochmann, Dirk (dj)

Wer in Buenos Aires geboren ist, der hat den Tango im Blut. Das ist bei Flavia Latina nicht anders. Tanzen ist ihre Leidenschaft. Für Samstag, 16. November, lädt sie zur Milonga in die erste Etage oberhalb der Eisdiele am Ostwall. Dann wird Tango zur Live-Musik getanzt. Bei der Premiere auf dem Platz an der Angerhauser Straße kamen mehrere hundert tanzfreudige Krefelder, um aktiv zu werden oder einfach nur zuzuschauen.

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