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Krefeld: Flaute im König-Palast

Krefeld : Flaute im König-Palast

Bis Ende Dezember gibt es nur noch zwei Veranstaltungen in Krefelds größter Veranstaltungshalle. Geschäftsführer Paul Keusch spricht von einem schwierigen Jahr – und hofft auf mehr Termine in 2012.

Bis Ende Dezember gibt es nur noch zwei Veranstaltungen in Krefelds größter Veranstaltungshalle. Geschäftsführer Paul Keusch spricht von einem schwierigen Jahr — und hofft auf mehr Termine in 2012.

In Krefelds größter Veranstaltungshalle herrscht dieses Jahr tote Hose. In den nächsten acht Monaten bis Jahresende haben gerade einmal zwei Veranstalter die städtische Halle gebucht. Am 6. Oktober kommt Hundeflüsterer Martin Rütter, am 1. Dezember der Comediankabarettist Dieter Nuhr.

Das war's. "Dieses Geschäftsjahr ist ausgesprochen schwierig. Die Branche hat sich noch nicht komplett von der Wirtschaftskrise erholt", sagt Geschäftsführer Paul Keusch. Auch in anderen Hallen sei nicht viel los. Keusch: "Im ISS-Dome in Düsseldorf beispielsweise sind bis Ende dieses Jahr nur noch drei Veranstaltungen geplant."

Millionendefizit eingrenzen

Nach dem Bau der Veranstaltungshalle sollten eigentlich möglichst viele Events nach Krefeld kommen. Dazu wurde die städtische Tochter Seidenweberhaus GmbH selbst zum Veranstalter.

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Mit desaströsen finanziellen Folgen — denn die erhofften Zuschauerzahlen wurden selbst bei einem José Carreras nie erreicht. Um das jährliche Defizit von mindestens 2,3 Millionen Euro nicht weiter zu erhöhen, hat sich Keusch von dieser Strategie verabschiedet. "Wir führen keine Eigenveranstaltungen mehr durch", sagt er.

Das unerwartet erfolgreiche Abschneiden der Krefeld Pinguine — in der diesjährigen Bilanz wird es kaum positive Spuren hinterlassen. Zusatzgelder zur regulären Miete kassiert der König-Palast laut Vertrag nur, wenn bei den Hauptspielen der Zuschauerschnitt bei mehr als 4500 Besuchern liegt.

Er lag aber bei 4200 Besuchern. Bei den Play-offs bekommt der König-Palast zusätzliche Einnahmen, wenn die Zuschauerzahl höher als 5500 liegt — und dann auch nur bezogen auf die Zahl der Zuschauer über den 5500. "Die Mehreinnahmen sind minimalst", sagt Keusch. Konkrete Zahlen nennt er nicht. "Vertragsgeheimnis."

Gäste lassen weniger Geld da

Ebenfalls problematisch: Die Gäste lassen weniger Geld im König-Palast. "Im Jahr 2009 hat jeder Besucher im Schnitt sechs Euro ausgegeben", berichtet Keusch. "Vergangenes Jahr lag der Schnitt bei 4,90 Euro.

Das macht bei 100 000 Besuchern viel aus." Und noch ein Sorgenkind: Die während der Wirtschaftskrise gekündigten drei Business-Lounges konnten noch nicht wieder vermietet werden. "Wir haben sie zum Glück während der Eishockey-Saison von Spiel zu Spiel vermietet bekommen", sagt Keusch.

Er setzt Hoffnungen aufs nächste Jahr. "Unsere Saison geht von September bis Mai. Und für 2012 haben wir bereits zahlreiche Veranstaltungen gewinnen können." Florian Silbereisen ist mit dem "Frühlingsfest der Volksmusik" zu Gast, der "Musikantenstadl" kommt, auch Schlagersängerin Helene Fischer und Comedian Atze Schröder.

Mit Mario Barth liefen derzeit Verhandlungen, so Keusch. Und auch mit dem ZDF sind Verhandlungen im Gange: Carmen Nebel möchte sich erneut im König-Palast präsentieren. Im Herbst soll ihre Show "Willkommen bei Carmen Nebel" live übertragen werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist der König-Palast

(RP)