„Fiber Art“ im Deutschen Textilmuseum Krefeld zeigt Meergewächse aus Textilfasern

Textilmuseum Krefeld : „Fiber Art“ zeigt Meeresgewächse aus Textilfasern

Das Deutsche Textilmuseum eröffnet am Donnerstag die 4. Ausstellung mit zeitgenössischer Textilkunst aus Europa und Asien.

Schwebende Blätter, glänzende Metallfäden, seidene Gebilde: Im Deutschen Textilmuseum wird am Donnerstag Abend die „Fiber Art“ Asia Europe IV eröffnet. Die Ausstellung versammelt 37 ausgewählte Arbeiten aus dem Bereich der Fasern im weitesten Sinne. Die Künstler verarbeiten Pflanzenfasern und Tierhaare, Synthetisches und Draht, Holz, Papier und Glasfasern. Die Fasern des Maulbeerbaums oder der Banane, Wolle oder Baumwolle werden auf mannigfaltige Weise zu künstlerischen Gebilden gestaltet.

Überaus beeindruckend: Eine warme rote Sonne, die über den ziselierten Gestalten aus Kabelbindern schwebt. Ihre Techniken haben die Beiträger oft aus der Tradition ihres Heimatlandes übernommen und weiterentwickelt. Annette Schieck, Leiterin des Textilmuseums, beschreibt den Unterschied zwischen den europäischen und den asiatischen Künstlern so: „Die Europäer arbeiten eher spontan, während viele Asiaten versuchen, sich in ihren Techniken zu perfektionieren.“

Das wird deutlich an drei Gebilden aus japanischer Hand, die in Blau- und Grüntönen mit viel Weiß an Korallen oder anderes Meeresgetier erinnern – und auch an die erfolgreiche Riff-Ausstellung vor einigen Jahren. Bei der letzten Ausstellung zu Fiber Art waren Mitsuro Kurokis Unterwasserwesen noch mit Magentarot gefüllt.

„Blau und Terrakotta sind bei dieser Ausstellung stark vertreten“, sagt Schieck. Schwarz, Weiß und Naturtöne sind wie immer dabei; was sich auch aus dem Material ergibt. Hingucker auch: die Penicillin-Zellen, die mit floureszierendem Garn gearbeitet sind.

Leichtigkeit ist eine Eigenschaft, die vielen Arbeiten eignet. Kuratorin Marika Szaras, erstmals in Eigenregie und selbst mit einem Ensemble vertreten, hat aus der Fülle der Einsendungen 37 Künstler ausgewählt, drei von ihnen männlich (Polen und Japan). Die Ausstellung war zuvor im belgischen Tournai zu sehen. Von Krefeld aus geht Fiber Art ins dänische Droninglund, danach nach Litauen. Die vier Positionen sind auch eine Neuerung im Konzept von Fiber Art.

Eröffnung ist am Donnerstag, 16. Mai, 18 Uhr in der Museumsscheune. Zu diesem Zeitpunkt werden schon einige „Drapage-Modelle“ gezeigt: Dabei handelt es sich um „Kunst am Körper“ des Fashion Design Institut Düsseldorf.

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