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Krefeld: Feuerwehrtag: Löschen wie damals

Krefeld : Feuerwehrtag: Löschen wie damals

Die Feuerwehrfarbe Rot bestimmte am Sonntag das Ortsbild von Linn. Feuerwehrwagen aus verschiedenen Teilen des Rheinlandes parkten auf dem abgesperrten Andreasmarkt. Oben in der Vorburg hatten sechs historische Feuerlöschzüge ihre über hundertjährigen Feuerspritzen aufgestellt, um sich in einem spielerischen, aber sportlich-harten Wettbewerb mit dem Gastgeber zu messen, dem historischen Feuerlöschzug Linn. Bis zu 60 Pumpvorgänge müssen die sperrigen Hubkolbenpumpen pro Minute leisten, um den nötigen Wasserdruck in den Schläuchen zu erzeugen. "Das hält kein Mann länger als eine gute Minute aus, dann muss er ausgewechselt werden", erklärt Theo Tissen von der Linner historischen Löschgruppe.

Liebevoll hat die Wuuringer Buurewehr aus Worringen ihre Doppelachser-Pumpe restauriert. Mit einem Einachser ist die Löschgruppe Bronsfeld aus Schleiden angerückt, während die Klafelder Handdruckspritzer aus Kreuztal bei Siegen einen wuchtigen Doppelachser präsentieren. Der Löschzug Leverkusen-Burrig hat einen eigenen Schlauchwagen mitgebracht, der Löschzug Schiefbahn hat neben der Doppelachser-Pumpe ein eigenes rotes Dienstfahrrad.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es noch keine einheitliche Uniformierung der Feuerwehren. So präsentieren die Schiefbahner ein Kaleidoskop historischer Handwerkerkleidung, denn bei einem Brand eilten die Feuerwehrleute sofort vom Arbeitsplatz zur Feuerspritze. Anders die Löschknechte Uedem: In preußischblauen Uniformen, Messinghelmen und Klompen an den Füßen verweisen sie darauf, dass die Feuerwehren sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts uniformierten. Die 15 Uedemer Löschknechte sind ausnahmslos frühere Feuerwehrleute, die mit 60 in den Ruhestand gingen, aber noch "keine Ruhe geben wollen", wie es Leo von der Meer ausdrückt.
Die Linner historische Löschgruppe hat von überall her ihre Geräte zusammengetragen: Das alte Spritzengespann, den Fasswagen, den Wasserbottich, die fahrbare 12-Meter-Seilzugleiter. "Wir sind eine der historischen Gruppen des Linner Schützenvereins", sagt Theo Tissen. "Wir wollten eine Gruppe mit Pferden bilden. So kamen wir auf die historische Feuerwehr."

Im ersten Teil des Wettstreits gilt es, auf einen Wagebalken zu spritzen, an dessen Ende drei Eimer angebracht sind. Sind die gefüllt, kippt die Wippe und lässt einen roten Luftballon frei, der in die Lüfte entschwebt. Die Zeit bis dahin wird gemessen und um den Altersquerschnitt der Teilnehmer verringert. Im zweiten Teil simulieren die historischen Wehren einen Dachstuhlbrand, der nach Zeitnahme gelöscht sein muss.

(ac/RP)