Krefeld: Feuerwehr verulkt Chef am letzten Arbeitstag

Krefeld : Feuerwehr verulkt Chef am letzten Arbeitstag

Der Leiter der Krefelder Feuerwehr, Josef Dohmen, wurde zu einem Großeinsatz gerufen, den es nicht gab.

Mit einem besonderen Gag ist Krefelds Feuerwehrchef Josef Dohmen (60) an seinem letzten offiziellen Arbeitstag von den Kollegen verabschiedet worden. Die Kollegen tauschten heimlich Dohmens vor dem Privathaus geparkten Dienstwagen gegen ein identisches Fahrzeug aus, riefen ihn dann kurze Zeit später zu einem Großeinsatz. Dohmen stürzte aus dem Haus, rannte zum Wagen und versuchte verzweifelt, diesen zu öffnen. Mehrere Versuche misslangen. Heimlich öffneten dann die Kollegen aus ihrem Versteck den Wagen. Dohmen stieg ein und versuchte, mit dem Schlüssel den Wagen in Bewegung zu setzen. Auch dies misslang mehrfach - erst dann gaben sich die Kollegen mit ihrem Scherz zu erkennen. Die kleine Anekdote von Dohmens offiziellem Abschied zeigt, welch guter Geist in der Krefelder Feuerwehr wohnt. Dies ließ sich auch gestern beobachten, als Dohmen offiziell im Krefelder Rathaus verabschiedet wurde. Als Dohmen das Rathaus verließ, standen die Kollegen auf dem Von-der-Leyen-Platz Spalier, nachher fuhren die Feuerwehrwagen mit Blaulicht und Martinshorn über den Ostwall zur Wache Florastraße.

Oberbürgermeister Gregor Kathstede betonte in seiner Dankesrede gestern im Rathaus, dass Dohmen die Truppe in seinen 23 Jahren als Feuerwehrchef gut zusammengehalten habe. Dohmen wurde in Nettetal-Kaldenkirchen geboren, war dort Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, wurde Elektroinstallateur, studierte E-Technik in Düsseldorf, wollte dann Berufsschullehrer werden, entschied sich aber für den Feuerwehrdienst. 1978 ging er zur Feuerwehr Krefeld, mit 37 Jahren wurde er Leiter der Krefelder Feuerwehr. "Für mich das schönste Amt nach dem Papst", sagte Dohmen, Vater dreier Söhne, in Anlehnung an das berühmte Zitat Franz Müntefering. In den vergangenen Tagen sei er oft gefragt worden, ob er seine Ziele erreicht habe. "Ziele ändern sich", sagte Dohmen. Seine seien es gewesen, die Feuerwehr zu einem Teil der Verwaltung zu machen. "Wir sind keine Exoten, wir sind ein normaler Fachbereich mit einer Aufgabe in der Verwaltung." Auch sei ihm die Gefahrenabwehr aus einer Hand, Freiwillige Wehr und Berufsfeuerwehr unter einer Führung, wichtig gewesen. Er nannte auch die Wichtigkeit der baulichen Ausstattung, die letztlich erst nun mit dem Neubau an der Ritterstraße realisiert werden kann. Das Wichtigste für Dohmen: "Feuerwehr ist Teamarbeit". In diesem Sinne ist er auch weiter für seine Mannschaft da.

Ganz verabschieden will sich Josef Dohmen immer noch nicht - in der Projektgruppe für den Neubau der Feuerwache an der Ritterstraße wirkt er noch mit.

(RP)