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Großeinsatz in Krefeld: Feuer in Krefeld: War Beziehungsdrama das Motiv?

Großeinsatz in Krefeld : Feuer in Krefeld: War Beziehungsdrama das Motiv?

Es hätte in einer Katastrophe enden können: Ein Unbekannter legte im Erdgeschoss eines Mietshauses einen Brand an einer Wohnungstür. Dahinter waren eine Frau und vier Kinder. Der Anschlag war offenbar eine Beziehungstat.

Mit einem Großaufgebot rückten am Donnerstagmorgen Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst zu einem Haus am Oranierring aus. In einem Wohnhaus mit acht Parteien hatte ein unbekannter Täter die Tür einer Mietwohnung im Erdgeschoss angezündet. Nach übereinstimmenden Angaben mehrere Anwohner soll ein Beziehungsdrama der Hintergrund für die schwere Brandstiftung sein. Die Polizei wollte diesen Verdacht gestern weder bestätigen noch dementieren; sie ermittelt noch. Auch zur strafrechtlichen Einschätzung machte sie keine Angaben. Die Frage, ob es sich womöglich sogar um versuchten Mord handelt könnte, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt unbeantwortet.

Die geschädigte Frau selbst sagte unserer Redaktion, dass es bereits "lichterloh" gebrannt habe, als sie frühmorgens auf die Flammen aufmerksam geworden sei. Zu dem Zeitpunkt befanden sich außer ihr noch vier Kinder in der Wohnung. Neben ihren eigenen drei Kindern war auch der zwölfjährige Sohn ihrer besten Freundin in der Wohnung, so die Mieterin. Wie ihre Freundin berichtete, war sie sofort zum Brandort geeilt, als sie von dem Feuer erfuhr, um ihren Sohn zu betreuen. Auch die Mutter der Mieterin begab sich zu dem Haus, holte ihre drei Enkelkinder ab und kümmerte sich um sie.

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Brandstifter soll Benzin benutzt haben

Die Mutter der Kinder saß derweil weinend vor der Haustür des Gebäudes und wartete darauf, ihre Wohnung wieder betreten zu dürfen. Dort versuchte die Kriminalpolizei mit Spezialgeräten, die Brandstiftung zu rekonstruieren. Das Feuer im Erdgeschoss des Hauses hätte im schlimmsten Fall auf das gesamte Mehrfamilienhaus übergreifen können. Es gibt Hinweise, dass der Brandstifter Benzin benutzt haben soll, um das Feuer zu entfachen — die Polizei bestätigte diese Version am Donnerstag nicht.

Ein 30-jähriger Anwohner reagierte, nachdem er das Feuer bemerkt hatte, allerdings schnell. Er konnte die Flammen löschen. Dabei zog er sich eine Rauchgasvergiftung zu. Er wurde ambulant behandelt. Ein 27-jähriger Mann musste mit den gleichen Verdachtssymptomen in ein Krankenhaus gebracht werden. Brandverletzungen habe jedoch niemand erlitten. Beim Eintreffen der Feuerwehr war das Feuer bereits gelöscht.

Deutliche Brandspuren sind an der Wohnungstür und auf der Tapete vor der Wohnung zu erkennen. Wie Anwohner weiter vermuteten, soll es sich bei dem Täter um einen Bekannten des Anschlagsopfers handeln. Mit ihm habe es bereits häufig Ärger gegeben. So soll er die Frau auf der Intenetplattform Facebook massiv bedroht haben.

Gebäudeschaden ist laut Polizei nicht entstanden. Die Beamten ermitteln wegen Schwerer Brandstiftung. Zur Brandursache hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei fragt nun: Wer hat am gestrigen Morgen vor 8.30 Uhr verdächtige Personen vor oder in dem Haus gesehen? Hinweise werden erbeten an die Polizei in Krefeld unter der Telefonnummer 02151-6340.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Krefeld: Feuerwehreinsatz bei Wohnungsbrand

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