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Krefeld: Feuchte Keller in Forstwald

Krefeld : Feuchte Keller in Forstwald

Viele Forstwalder Hausbesitzer haben Probleme mit Wasser im Keller. Auf Einladung des Bürgervereins Forstwald informierte Umweltamtsleiter Helmut Döpcke rund 80 Bürger darüber, woher das Wasser kommt.

Forstwald Der Zeitpunkt für Helmut Döpckes Vortrag im Forstwald könnte nicht besser gewählt sein: Passend zu seinem Vortrag, in dem er dem Phänomen feuchter Keller in manchen Straßen des Krefelder Stadtteils auf den Grund gehen will, regnet es wie aus Kübeln. Dem "eigens bestellten Starkregenereignis", wie der Leiter des Fachbereichs Umwelt witzelt, trotzen an diesem Abend rund 80 Zuhörer. Sie sind einer Einladung des Bürgervereins Forstwald gefolgt, der Klagen einiger Forstwalder Bürger zum Anlass genommen hatte, Helmut Döpcke um Informationen zum Thema zu bitten.

Grundwasser in vier bis acht Meter

Viele betroffene Forstwalder vermuten, dass ein zu hoher Grundwasserspiegel für ihr Problem verantwortlich sein könnte. Diese Annahme gelingt es Döpcke jedoch bald mit Hilfe von etwas geologischer Grundlagenarbeit, die er anschaulich in Grafiken darstellt, zu widerlegen. "Forstwald liegt auf der so genannten Mittelterrasse. Das bedeutet, dass hier die Grundwasserlinie etwa vier bis acht Meter beträgt", erklärt er. "Vernässungen durch Grundwasser an Gebäuden auf der Mittelterrasse sind geologisch unmöglich."

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Nicht jeder im Publikum will dies zunächst glauben. Döpckes Ursachenforschung führt dann bald auf eine andere Spur: Der Geologe erläutert, dass der Boden im Forstwald "extrem dicht" sei. "Tonminerale reichern sich als Wasserstauer an, so dass Regenwasser gar nicht erst in Richtung Grundwasser durchsickert. Stattdessen wird es gespeichert. Wegen dieser hohen Vorsättigung kann dann auch der nächste Regen nicht abfließen, das Wasser steht sozusagen im Stau." Es sei wahrscheinlich, dass unter den betroffenen Häusern im Amselweg und Spechtweg solches Stauwasser, auch Pseudogley genannt, für die Probleme verantwortlich sei. Döpcke vermutet, dass es sich um ein "kleinräumiges, lokales Problem" handele und die betroffenen Häuser möglicherweise auf einer so genannten Linse stehen, die den Wasserabfluss verlangsamt.

Den gebeutelten Hausbesitzern macht der Chef des Umweltamtes dennoch Mut: "Die gute Meldung ist, dass es sich um Oberflächenwasser handelt, und das Problem kann man meist ganz gut lösen." Man müsse lokal genau schauen, woher das Wasser kommt. Faustregel Nr. 1 sei: "Das Haus sollte höher liegen, als der Rest der Grundstücksfläche." Denn auch in Krefeld fließe das Wasser bergab.

Um den einzelnen Problemen auf den Grund zu gehen, können sich die betroffenen Forstwalder an das Umweltamt wenden. "Meine Mitarbeiter kennen sich sehr gut aus und stehen bereit, um Sie zu beraten und Ihnen zu helfen", verspricht Helmut Döpcke.

(RP)