Krefeld: Festgefahrene Lkw legen Verkehr lahm

Krefeld: Festgefahrene Lkw legen Verkehr lahm

Zwei Lastwagen blockierten kurz nach 13 Uhr den Bereich Inrather Straße/Blumentalstraße. Verspätungen bei Bussen und Bahnen bis in den Nachmittag meldeten die Stadtwerke. GSAK erwartet weiterhin einen Mix aus Regen und Schnee.

Winterliches Wetter hat auch gestern wieder viele Krefelder rutschen lassen. Von den teilweise frostigen Bedingungen waren allerdings nicht nur Autofahrer betroffen. Auch Busse oder Bahnen hatten Probleme, selbst die Fußgänger mussten bereits am frühen Morgen mehr Zeit einplanen. Nicht überall war geräumt. Zum Verkehrsinfarkt kam es kurz nach 13 Uhr im Bereich Inrather Straße/Blumentalstraße. "Zwei Lkw hatten sich dort wetterbedingt festgefahren. Nichts ging mehr", schilderte Polizeisprecherin Sabrina Forchel die Situation. Die Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft Krefeld (GSAK) musste mit Streuwagen anrücken. Forchel: "Der Verkehr brach an dieser Stelle komplett zusammen." Wartezeiten und Geduld waren angesagt.

Auf dem Krefelder Weihnachtsmarkt schützen einige Händler ihre Waren mit Folien vor dem Schneefall. Foto: schaulandt

Die GSAK sieht sich für die aktuellen Witterungsbedingungen sehr gut gerüstet. Als Lehre aus dem langen Winter 2010/11, als deutschlandweit das Streusalz knapp wurde, stockte sie, wie viele andere Unternehmen auch, die Vorräte auf. 2300 Tonnen Salz lagen auf Lager. Davon wurden in den vergangenen Tagen zwar bereits 800 Tonnen verbraucht, diese sind aber bereits wieder nachbestellt. Zusätzliche Lieferverträge sichern mindestens 5000 Tonnen insgesamt zu.

Stau auf der Gladbacher Straße - gesäumt von Schneematsch. Die GSAK erwartet weiterhin Regen und Schnee sowie Temperaturen um null Grad. Foto: Lammertz

"Wir sehen uns sehr gut aufgestellt. Es müsste schon ein extrem harter und langer Winter werden, um Probleme hervorzurufen", sagt Holger Funke, der für den Winterdienst verantwortliche GSAK-Mitarbeiter. Sonderschichten seien nicht notwendig. "Wir arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb. Zwischen 3 Uhr und 23 Uhr wird gestreut und geräumt", sagt Funke. Die Autofahrer in Krefeld lobt er. "Wir hatten sehr wenige Unfälle. Dazu haben sicher wir unseren Teil beigetragen, aber auch die Autofahrer sind sehr gut vorbereitet und fahren angepasst." Er bittet nur darum, Streufahrzeuge nicht zu überholen und vielleicht auch durchzulassen, auch wenn die Straßenverkehrsordnung das nicht her gibt. "Umso schneller können wir die Straßen besser passierbar machen." Für die kommenden Tage erwartet die GSAK weiterhin einen Mix aus Regen und Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Als "relativ entspannt" - trotz des immer wieder einsetzenden Schneefalls - bewerteten die Einsatzkräfte der Polizei die Situation am gestrigen Vormittag. Einzige Ausnahme: die beiden festgefahrenen Lkw. "Sonst gab es im Stadtgebiet in der Zeit zwischen sechs Uhr und mittags acht Verkehrsunfälle", sagte Polizeihauptkommissar Christian Schinkels. Es blieb in allen Fällen bei Blechschäden. "Verletzt wurde niemand."

Größere Verspätungen bei Bussen und Bahnen bis in den frühen Nachmittag vermelden die Stadtwerke. "Der Fahrplan ist zwar kräftig durcheinander, doch es rollt", sagte SWK-Sprecherin Anke Friedrichs. Bisher sei es zu wenigen Ausfällen auf Strecken im Kreis Viersen gekommen. "Es dauert allerdings, bis die Fahrpläne wieder eingehalten werden können. Dafür bitten wir um Verständnis, aber Sicherheit geht vor."

  • Wintereinbruch in NRW : Staus, Ausfälle und Verspätungen bei Bus und Bahn

Sicherheit ist auch ein Thema für viele Haus- und Wohnungseigentümer. Sobald die weiße Pracht liegenbleibt, stellen diese sich die Frage: Ab wie viel Uhr muss der Bürgersteig vor dem Haus eigentlich geräumt sein? In Krefeld regelt das die Satzung über die Reinigung öffentlicher Straßen. Es gilt allgemein, dass Gehwege an Werktagen von 7 bis 20 Uhr von Schnee und Eis befreit werden müssen. An Sonn-und Feiertagen beginnt die Räumpflicht hingegen erst um acht Uhr. Gehwege vor dem Grundstück sowie der Zugang zum Haus sollten dabei in einer Breite von 1,20 bis 1,50 Meter freigeschaufelt werden.

Ebenfalls geräumt werden müssen auch die Wege zum Parkplatz oder zu den Mülltonnen. Hier reicht allerdings die halbe Breite. "Nach der gängigen Rechtsprechung dürfen Grundstückseigentümer oder Mieter ihre Winterräumpflicht auch auf den Feierabend verschieben, wenn beispielsweise am Mittag Schneefall einsetzt", so ein Sprecher des Verbands Wohneigentum Nordrhein-Westfalen e.V. "Denn letztlich kann niemand dazu gezwungen werden, während seiner beruflichen Abwesenheit seinen Räumpflichten nachzukommen. Der Gesetzgeber besteht zwar auf einer umfassenden Sorgfaltspflicht für Fußgänger, doch spricht er hier von der Verhältnismäßigkeit und lehnt einen pauschalen ,Räumzwang' ab."

Vermieter und Hausbesitzer haben die Verkehrssicherungspflicht für ihr Eigentum, können jedoch die Räumpflicht auf die Mieter übertragen. Wichtig: Dies muss allerdings im Mietvertrag festgeschrieben sein. Unklar ist oft, wo der geräumte Schnee entsorgt werden darf. Auch hier gibt es eine klare Vorgabe: Rinnsteine und Parkplätze müssen frei bleiben.

(RP)