Exportquote von Saurer Technologies aus Krefeld beträgt 99,9 Prozent

Maschinenbau : Saurer-Exportquote beträgt 99,9 Prozent

Der Maschinenbauer Saurer Technologies lebt vom Export: Die Hauptabsatzmärkte sind China, USA und Türkei. Die politischen Querelen beeinträchtigen nach Jahren des Wachstums mit einem Rekordjahr 2018 aktuell das Geschäft. Der Markt ist zurückhaltend.

Der Krefelder Standort am Weeserweg 60 hat Tradition. Seit 1904 werden dort Maschinen für die Textilindustrie gebaut – lange Zeit unter dem Namen Volkmann, jetzt als Saurer Technologies GmbH & Co KG, die zur schweizerischen Saurer AG gehört. Seit 2013 gehört die Aktiengesellschaft zur chinesischen Jinsheng Gruppe. In Krefeld arbeiten rund 220 Beschäftigte in Produktion, Forschung und Entwicklung, Lager, Verwaltung und Verkauf. Alle vier Jahre zu den großen Messen bringt Saurer eine neue Generation von Zwirnmaschinen für verschiedenste Anwendungen auf den Markt. Gerade erst ist ein modifiziertes Exemplar  zur Herstellung von Seidengarn für das Weben des Heiligen Tuches der Kaaba in Mekka in der Auslieferung (wir berichteten).

Den Hauptumsatz generiert das Unternehmen in den Branchen Bekleidung, Teppichherstellung, Reifenproduktion und Spezialisten für so genannte Technische Anwendungen wie Segeltücher, Transportbänder, Kunstrasen oder Big Bags. Das neueste Segment bedient  Platinenhersteller mit Maschinen für  Glasgarne für Leiterplatten. „Wir haben eine große Entwicklungsmannschaft, um Kundenwünsche zu erfüllen“, sagte Gerd Pöhlmann, Senior Vice President für Verkauf und Marketing. „Wir exportieren zu 99,9 Prozent.“

Die Produktionsstandorte für die Zwirnmaschinen sind Krefeld und in China. Standard-Ausführungen werden in Fernost hergestellt, die modernen High-End-Formate kommen aus der Seidenstadt. In einem eigenen Labor werden die Garne aus Kunststoff, Glas, Seide und Baumwolle getestet. Reißfestigkeit, Glätte, Temperaturwiderstände – alle möglichen Parameter kommen auf den Prüfstand.

Am Standort Krefeld am Weeserweg beschäftigt die Saurer Technologies GmbH & Co KG rund 220 Mitarbeiter. Etwa die Hälfte davon ist in der Produktion beschäftigt. Foto: Andreas Bischof/Andreas Bischof Tel.+49(0)171285

Für andere Kunden ist der Energieverbrauch wichtig, für wieder andere der Automatisierungsgrad. „Eine unserer Maschinen spart jährlich 15.000 Euro, bei sechs Maschinen in einer Halle kommt eine spürbare Summe zusammen“, sagte Verkaufsleiter Ferdinand Klein. Für Abnehmer mit hohen Personalkosten rechnen sich Saurer-Entwicklungen, die überwiegend automatisiert funktionieren. „Wir stellen uns auf die Erfordernisse der Kunden ein“, betonte Klein.

In den zurückliegenden Jahren ging es geschäftlich stetig aufwärts. 2018 verbuchten die Krefelder ein Rekordumsatzjahr. 130 bis 140 Millionen Euro kommen jährlich zusammen. Die Saurer AG bewegt sich deutlich jenseits der Milliardengrenze.

„Die ersten Monate des Jahres 2019 waren eine Herausforderung für die Unternehmensgruppe. Die Verunsicherung angesichts des fortlaufenden Handelsstreits schlägt sich zeitversetzt auf den Markt nieder. Die Investoren sind zurückhaltend. Da das Geschäft in unseren Kernmärkten wie China, Indien und der Türkei von der Finanzierung abhängt, haben diese Umstände einen starken Einfluss auf Saurer. Auch das globale Wachstum läuft dieses Jahr langsamer“, erklärte Firmenchef Clement Woon. Saurer Technologies musste in der ersten Jahreshälfte deutliche Einbußen von 44,3 Prozent hinnehmen. Verantwortlich dafür ist der boomende Bedarf an Glasfasern, Teppichgarn und Reifencord in 2017 und 2018. „Die daraus resultierende Marktsättigung hat sich 2019 negativ auf unser Zwirngeschäft ausgewirkt.“