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Experten sprechen im Schütte-Pavillon in Krefeld übers Bauhaus

Bauhausjubiläum in Krefeld : Experten sprechen im Pavillon über Bauhaus

Der von Thomas Schütte konzipierte Pavillon im Kaiserpark beherbergt eine Ausstellung. Forscher erklären jetzt ihre Arbeit.

(ped) Von Oskar Schlemmer ist übermittelt, dass er 1940 über Krefeld das Urteil fällte: „So viel Bauhaus hier, und alles brauchbare Leute“. Wer in diesen Wochen den vom Düsseldorfer Künstler Thomas Schütte errichteten Pavillon im Kaiserpark besucht, wird Schlemmers Zitat bestätigt sehen. Jede  Menge Informationen und Bilder über das Bauhaus und seine Protagonisten in Krefeld ist dort aufbereitet.

Grundlage für die Ausstellung „Bauhaus und Seidenindustrie“ ist ein umfangreiches 18-monatiges Forschungsprogramm. Sieben Wissenschaftler haben sich mit Architektur, Design und Lehre   beschäftigt, und sie haben die enge Verbindung zwischen Bauhaus-Künstlern und Krefelder Industrie dargelegt. Dabei haben sie auch neue Fakten zutage gefördert, „etwa dass 1924  kurzzeitig überlegt wurde, das Bauhaus von Weimar nach Krefeld zu verlegen“, sagt Christiane Lange, Initiatorin des Vereins Mik – Mies in Krefeld und Mitherausgeberin des Forschungsbandes.

Sie hat fünf am Buch beteiligte Experten eingeladen, in lockerer Folge jeweils mittwochs um 18.30 Uhr eine Führung durch die Ausstellung zu machen, von ihren Forschungen und Ergebnissen zu berichten und Fragen der Besucher zu beantworten. Den Anfang macht am Mittwoch, 28. August, die Wirtschaftshistorikerin Stefanie van de Kerkhof mit dem Thema „Die Krefelder Seidenindustrie in den Golden Twenties“. Van de Kerkhof  ist Privatdozentin für Neuere Geschichte und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Mannheim. Sie leitet auch das LVR-Forschungsprojekt zur Industriegeschichte und Konsumkultur Krefelds 1918 bis1933 mit dem Stadtarchiv Krefeld.

Am 4. September wird der Architekturhistoriker Stephan Strauß unter dem Titel „Mies oder die anderen“ über großbürgerliches Wohnen in Krefeld um 1930 sprechen. Anke Blümm vom Bauhaus Museum in Weimar stellt am 18. September die Frage „Bauhäusler in Krefeld – ein Freundeskreis?“ Christopher Oestereich wird am 25. September über den Einfluss der Bauhaus-Lehre auf die Krefelder Gestalterschulen berichten. Und Christiane Lange beschließt die Reihe am 2. Oktober mit ihren Forschungen zu Bauhaus als Avantgarde und die Erfahrungen, die der Verein mit der Ausstellung gemacht hat.