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Krefeld: Europas Schnellster surft für Uerdingen

Krefeld : Europas Schnellster surft für Uerdingen

Vincent Langer, der dem Segelklub Bayer Uerdingen angeschlossen ist, hat jetzt vor der Küste von Sylt die Europameisterschaft im Slalom-Surfen gewonnen. In der Disziplin Racing des Multivan Windsurf-Cup wurde Krefelds Sportler des Jahres 2017 Dritter.

Die Erfolgsserie von Krefelds Sportler des Jahres 2017 reißt auch im Jahr 2018 nicht ab: Vincent Langer, der dem Segelklub Bayer Uerdingen angeschlossen ist, hat sich in einem Herzschlagfinale vor Sylt den Titel des Europameisters im Slalom-Surfen gesichert - und das, obschon er im Finalrennen nur zuschauen durfte. In seiner Paradedisziplin, dem Racing, wurde der gebürtige Kieler nach einem Fahrfehler Dritter beim Multivan Windsurf Cup, der ranghöchsten deutschen Regattaserie der Windsurfer. Sein Uerdinger Vereinskollege Leon Delle, dessen Schwester Moana bei den Olympischen Spielen in London am Start war, belegte im Racing als viertbester Deutscher den sechsten Platz im Gesamtklassement und wurde auch im Slalom Gesamt-Sechster.

Langer hatte in den ohnehin schon rasanten Vorläufen zum Finale viel riskieren müssen. Die Slalomwettbewerbe werden zwischen 11 und 45 Knoten gestartet. Hierbei erreichen die Surfer Geschwindigkeiten von über 60 km/h. Die Positionskämpfe an den Halsentonnen fordern ein hohes Fahrkönnen der Teilnehmer und sind sicherlich eines der faszinierendsten Erlebnisse für die Zuschauer - in den Tagen vor Sylt kamen die Veranstalter auf die Rekordzahl von rund 130.000 Besucher.

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Schnell hatte sich ein Eventverlauf abgezeichnet, wonach die drei deutschen Topfahrer Vincent Langer (Segelnummer GER-1), der Schönberger Nico Prien (GER-7) und der Flensburger Gunnar Asmussen (GER-2) den Kampf um den prestigeträchtigen EM-Titel unter sich ausmachen würden. Die Entscheidung musste im letzten Finale fallen. Wer hier die Nase vorn hat, würde sich auch den EM-Titel sichern. Der Druck, der auf den Fahrern lastete, war hoch. So kam es gleich zu zwei Frühstarts - und beim zweiten erwischte es die Topfavoriten Vincent Langer und Gunnar Asmussen. Beide waren damit im Finale zum Zuschauen verdammt. Langer führte zu diesem Zeitpunkt zwar nach Punkten, doch für Nico Prien stand die Tür zum Titelgewinn weit offen: Mit einem Sieg im Final-Rennen hätte er noch an Langer vorbeiziehen können. Doch vom Start weg ging das Vorhaben schief: Prien hatte keinen perfekten Start und musste zunächst dem Franzosen Damien Cervera (FRA-422) hinterherjagen. Im Zuge des Rennens fiel er dann auf den vierten Platz zurück - und Langer war der Titelträger.

"Merci nach Frankreich! Manchmal muss man auch mal Glück haben", sagte Vincent Langer. "Beim Start musste ich volles Risiko gehen und einen Frühstart riskieren. Danach untätig zusehen zu müssen, war schrecklich. Nico hatte alles in der Hand. Aber die Franzosen sind bei diesen Bedingungen extrem stark."

Viel Zeit zum Feiern bleibt Vincent Langer übrigens nicht: Am Fronleichnamstag, 31. Mai, geht die Weltcup-Serie bereits weiter. Gestartet wird dann in Schleswig-Holstein vor dem Kurort Grömitz an der Ostsee-Küste.

(oli)